Baby und Mutter im Wasser

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Schon in der Schwangerschaft spielt das Thema Wasser und Bewegung eine spannende Rolle. Nach der Geburt ändert sich daran nichts: Das Babyschwimmen existiert in Deutschland schon seit den 1960er Jahren. Damals boten Schwimmtrainer, Physiotherapeuten und Hebammen sogenannte Mutter-Kind-Lehrgänge an, die für Babys ab circa sechs Monaten gedacht waren. Mittlerweile gibt es Kurse zum Babyschwimmen bereits für Kinder ab zwei Monaten. Durch ein gezieltes Wassertraining unter fachkundiger Anleitung beim Babyschwimmen werden die nachgeburtlichen Rückbildungsprozesse der jungen Mutter unterstützt und die Sinne des Babys angesprochen.

Ab dem wievielten Lebensmonat sollten Sie mit Ihrem Kind zum Babyschwimmen gehen?

Das Baby hat sich im Fruchtwasser in der Gebärmutter der Frau neun Monate entwickelt. Aus diesem Grund sind die Sinne des Kindes direkt nach der Geburt noch vollständig an das Wasser angepasst. So können Neugeborene unter Wasser nicht nur die Augen offen halten, sondern ihren Blick auch fokussieren. Zudem übertrifft die Hörfähigkeit von Babys unter Wasser diejenige von Erwachsenen um ein Vielfaches. Aus diesem Grund ist laut Aussagen von Experten die beste Zeit für ein frühes Babyschwimmen die ersten 4 bis 6 Wochen nach der Geburt, da alle Geburtsreflexe noch bestehen. Allerdings ist es notwendig, dass der Organismus des Babys dazu in der Lage ist, die Körpertemperatur in einem gewissen Umfang zu regulieren. Da der Entwicklungsstand Neugeborener stark variiert, sollte vor dem Babyschwimmen eine Beurteilung durch einen Kinderarzt oder eine Hebamme erfolgen. Es ist normal, dass einige Babys schon in der ersten Lebenswoche andere jedoch erst mit acht Wochen oder noch später am Babyschwimmen teilnehmen können.

So geht’s: Babyschwimmen unter fachkundiger Anleitung

Natürlich können frischgebackene Eltern mit ihrem Baby auch allein schwimmen gehen. Wer jedoch einen speziellen Kurs unter qualifizierter Leitung besucht, profitiert von bestimmten Vorteilen:

  • Das Neugeborene gewöhnt sich gemeinsam mit den Eltern ans Wasser. Beide Parteien haben viel Spaß.
  • Durch die Kursleitung werden den Eltern sichere Griffe und wichtige Haltetechniken vermittelt.
  • Den Eltern werden alle Bewegungsmöglichkeiten, die sie gemeinsam mit ihrem Neugeborenen nutzen können, aufgezeigt.
Mutter mit Kind im Wasser

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Babyschwimmen hat positive Effekte auf Körper und Geist des Neugeborenen

Positive Auswirkungen auf Muskulatur und Skelett
Durch Studien wurde belegt, dass die Entwicklung der Skelettstrukturen von Babys, die eine Wassergeburt hatten, schneller erfolgt als bei anderen Kindern. So hat sich gezeigt, dass „Schwimmbabys“ ihre Wirbelsäule im Durchschnitt schon nach sechs Monaten strecken können. Bei Kindern, die nicht zum Babyschwimmen gehen, bleibt die runde, nachgeburtliche Wirbelsäulenform dagegen bis zum 12. Monat erhalten.

Zudem kommt es bei Babys, die früh am Babyschwimmen teilnehmen, oftmals zur spontanen Rückbildung während der Geburt entstandener physiologischer Abweichungen. Dies gilt vor allem für mögliche Einschränkungen in Bezug auf die Hals-Kopf-Bewegungen. Letztlich wirkt sich das Babyschwimmen auf die gesamte Körpermuskulatur des Babys kräftigend aus.

Positive Affekte auf das Atemsystem
Weil das Atemsystem neugeborener Babys noch nicht vollständig ausgreift ist, ist anfangs nur eine reine Brustatmung möglich. Erst ab der achten Lebenswoche vollziehen Neugeborene diesbezüglich einen Entwicklungsschritt. Das Baby erlernt die tiefe Bauchatmung, sodass es das obere Lungendrittel belüften kann. Diese Umstellung des reinen Nasen-Reflex-Atmens in eine motorisch gesteuerte Atmung wird durch die Teilnahme am Babyschwimmen unterstützt.

Kognitive Erfahrungen & Kommunikationstraining
Beim Beobachten eines schwimmenden Babys wird schnell klar: Sie sind neugierig, angstfrei und lieben es sich im Wasser zu bewegen. Beim Babyschwimmen sammeln Kinder bereits im frühen Lebensstadium vielfältige kognitive Erfahrungen. Kindern, die nicht schwimmen gehen, bleiben diese dagegen verwehrt. Zudem wird beim Babyschwimmen die Bindung zwischen Mutter und Kind gestärkt, teils entstehen auch altersübergreifende Freundschaften. Aus diesem Grund haben sich Schwimmgruppen für das Babyschwimmen, in denen die Teilnehmer ihren Fähigkeiten entsprechend zusammengestellt werden, hervorragend bewährt. Dort finden die Kinder Vorbilder, Nachahmer und natürlich Mitschwimmer. Durch die im Rahmen von Babyschwimmen angebotenen Übungen ist es den Kindern möglich, sozusagen „schwimmend“ in die nächste Entwicklungsstufe hineinzuwachsen.

Dies sollte beim Babyschwimmen beachtet werden

Heutzutage wird Babyschwimmen in fast jeder Gemeinde angeboten. Ist kein Hallenbad vorhanden, werden Babyschwimmkurse oftmals in Kliniken, Hotels oder der Physiotherapie durchgeführt. Wichtig ist, dass das Wasser eine Temperatur von 31 °C bis 35 °C aufweist, die Mütter im Becken neben ausreichend Bewegungsfreiheit auch einen sicheren Stand haben und der Kurs von einer speziell ausgebildeten Person, zum Beispiel einer Hebamme oder einem Schwimmtrainer, geleitet wird. Haben der Kinderarzt oder die Hebamme grünes Licht gegeben, können sich Eltern und Kind zum Babyschwimmkurs anmelden.

Tauchendes Kind

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Diese Baby-Ausstattung sollte zum Babyschwimmen mitgebracht werden

Die Schwimm- oder Aquawindel
Durch eine Schwimm- oder Aquawindel können die Ausscheidungen des Kindes im Wasser zuverlässig aufgefangen werden. Zudem schützt diese Art von Windel den Po des Babys. Grundsätzlich gibt es verschiedene Modelle von Schwimmwindeln: Entweder ist die Windel selbst die Badehose oder sie wird als Einlage in eine normale Badehose gelegt.

Kapuzenhandtuch & Bademantel
Um das Kind nach dem Babyschwimmen abzutrocknen, eignet sich ein Handtuch mit Kapuze hervorragend, weil von diesem auch das noch empfindliche Köpfchen bedeckt wird. Zudem sollten Babys nach dem Baden gut warmgehalten werden. Ein Bademantel ist nicht nur flauschig weich, sondern schützt das Baby auch vor Unterkühlung, so dass einer Erkältung vorgebeugt wird.

Die richtige Babycreme
Nach dem Babyschwimmen und anschließendem Duschen benötigt die sensible Haut des Babys viel Feuchtigkeit. Hierfür sind spezielle Cremes erhältlich, die auf die Bedürfnisse von Neugeborenen abgestimmt und in der Regel besonders hautverträglich sind.

Das Fläschchen danach
Natürlich ist das Babyschwimmen für die Kleinen anstrengend, sodass sie danach sehr durstig und hungrig sind. Deshalb sollten Eltern entweder ein Fläschchen oder einen Snack für die etwas älteren Kinder dabei haben.

Sollte das Baby beim Schwimmen getaucht werden oder nicht?

Grundsätzlich wird diese Frage kontrovers diskutiert und beantwortet – es gibt ebenso viele Befürworter wie Gegner. Wichtig ist, dass das Baby bereit ist, zu tauchen und bestenfalls auch noch Spaß daran hat. Ob dies der Fall ist, überprüfen geschulte Kursleiter in der Regel vor dem ersten Tauchgang mit Hilfe der sogenannten Wassergussmethode. Achtung: Das Tauchen des Babys ist keinesfalls wichtigster und einziger Zweck des Babyschwimmens!

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Babyschwimmen. Sie werden sehen, dass Ihr Schwimmbaby schnell an Selbstsicherheit und Körpergefühl gewinnt. Achten Sie darauf, dass Sie einen Kurs unter qualifizierter Leitung besuchen und der Spaß im Wasser im Vordergrund steht.