Kreidezeichnung - Auto oder Kinderwagen?

Der passende Kinderwagen – fast so aufregend wie der Autokauf! Bild: monropic – Dollar Photo Club

Eine der größten Anschaffungen bevor der Nachwuchs auf die Welt kommt, ist der Kinderwagen. Oft wird er schon während der Schwangerschaft gekauft. In ihm liegt das Baby geborgen und sicher und kann während ausgedehnter Spazierfahrten ungefährdet die frische Luft genießen. Das Angebot an Kinderwagen ist riesig und oft unübersichtlich. Wir verraten Ihnen, worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Sonderausstattung für den Kinderwagen oder Papas Domäne!

Für ihr Baby wollen Eltern nur das Beste. Das gilt auch beim Kauf des Kinderwagens. Wird dieser als Kombiwagen angeschafft, kann er für die ersten zwei bis drei Lebensjahre des Kindes ein treuer Begleiter sein. Er soll sicher sein, bequem, gut gefedert und natürlich frei von Schadstoffen. War früher vor allem Zweckmäßigkeit das ausschlaggebende Kriterium für den Kauf eines Kinderwagens, kann heute die Auswahl des passenden Gefährts in etwa so wissenschaftlich betrieben werden wie die Entscheidung für ein neues Auto. In puncto Ausstattung gibt es durchaus Übereinstimmungen. Gefederte Achsen, LED-Lichter, integrierte MP3-Player oder Halterungen für den Kaffeebecher sind nur einige der luxuriösen Details, mit denen Kinderwagenhersteller heute junge Eltern in ihren Bann ziehen. Vor allem werdende Väter können sich bei der Auswahl des passenden Kinderwagens voll ausleben. Diese sind nicht nur „cool“, sondern teilweise auch sinnvoll. So kann Musik fürs Baby viele positive Wirkungen haben!

Bequem, sicher, zweckmäßig – darauf kommt es an!

Doch bei allen Extras sollten vor allem die Basics stimmen: Liegt das Kind bequem? Ist der Wagen groß genug? Bietet er auch nach der Liegezeit ausreichend Möglichkeiten für den sicheren Transport? Passt die Höhe des Griffs zur Größe der Eltern und kann der Wagen leicht verstaut werden, um auch ins Auto zu passen? Und vor allem: Ist der Wagen schadstofffrei und sicher? Ein Kinderwagen-Vergleich lohnt. Da der Kinderwagen lange genutzt wird, sollte noch mehr als bei anderen Babyartikeln darauf geachtet werden, dass er alle Kriterien der werdenden Eltern erfüllt.

Die Karosserie – Geländewagen oder Stadtflitzer?

Zunächst sollte geklärt werden, ob ein Kombi-Kinderwagen oder ein reiner Liegewagen gewünscht wird. Die meisten aktuellen Modelle sind Kombiwagen, die nach der ersten Babyzeit auch als sogenannte Sportwagen und anschließend als Buggy genutzt werden können. Als Nächstes muss überlegt werden, wo der Kinderwagen hauptsächlich genutzt wird. Für gut befestigte Stadtwege sind kleine, wendige Wagen mit schwenkbaren Vorderrädern die richtige Wahl. Führen die Spazierrouten auch mal über schwieriges, unbefestigtes Gelände, sind große, feststehende Reifen die bessere Alternative. Luftgefüllte Reifen bieten eine gute Federung, laufen aber Gefahr, schneller kaputtzugehen. Sogenannte Jogger sind eine dreirädrige Variante, die vorne nur über ein Rad verfügt, allerdings gibt es diese nicht als Liegewagen für die ersten Monate, sondern allenfalls als Sportwagen mit Liegefunktion.

Technische Maße – Größe und Gewicht

Kinderwagen in einer Reihe

Welcher Kinderwagen ist der beste? Die Auswahl ist riesig! Bild: JS-LE-PHOTOGRAPHY – Dollar Photo Club

Wer viel mit dem Auto unterwegs ist oder auch mal mit Bus und Bahn fahren möchte, sollte unbedingt das Packmaß und die Größe des Wagens berücksichtigen. Denn der schönste Kinderwagen nützt nichts, wenn er nicht in den Kofferraum passt und daher meist zuhause bleiben muss. Ebenfalls ein nützliches Detail für Eltern, die häufig mit dem Auto unterwegs sind: Kann die Babyschale auf dem Kinderwagen befestigt werden? Dies erleichtert beispielsweise das Einkaufen. Dabei sollten Eltern allerdings beachten, dass die Liegeposition der Babyschale nicht gut ist für den empfindlichen Babyrücken und Babys dort so wenig wie möglich drin liegen sollten. Dennoch kann ein Wagen mit Babyschalentransportfunktion hilfreich sein, wenn der Parkplatz weit von der Wohnung entfernt ist oder das schlafende Baby schnell mit in den Supermarkt genommen werden soll.

Komfort im Innenraum – liegt das Baby bequem?

Immer wieder testet die Stiftung Warentest Kinderwagen. Dabei standen Praxistauglichkeit, die Größe, die Stabilität und viele andere Kriterien im kritischen Blick der Tester. Vor allem bei der Größe der Tragetasche gab es immer wieder Beanstandungen. In vielen Wagen ist diese Tasche so klein, dass Kinder sie schon nach wenigen Monaten nicht mehr nutzen können – oft lange bevor sie groß genug sind, auf eine alternative Transportform umzusteigen. Bei einigen Sportwagenvarianten lässt sich die Liegefläche nicht in eine komplett waagerechte Position bringen. Da Babys aber solange flach liegen sollten, bis sie sich selbst aufrichten können, ist dies ein Minuspunkt beim Kinderwagen-Vergleich. Um den Wagen lange nutzen zu können, sind auch verstellbare Fußstützen ein Kriterium, das die Langlebigkeit des Wagens gewährleistet.

Die Sicherheit – auch beim Kinderwagen das A und O

Neben dem Komfort fürs Baby sollte auch die Sicherheit eine wichtige Rolle spielen. So testete auch Ökotest Kinderwagen und kam dabei zu dem Schluss, dass die meisten Kinderwagen starke Mängel aufweisen, was Schadstoffe angeht. In fast allen getesteten Modellen fanden sich Weichmacher oder krebserregende Stoffe in teils besorgniserregenden Mengen. Da viele der Schadstoffe sich mit der Zeit raus waschen oder verfliegen, kann ein gebrauchter Kinderwagen nicht nur eine sichere, sondern auch eine günstige Alternative zum Neuwagenkauf sein. Weitere sicherheitsrelevante Kriterien für den Kinderwagen-Vergleich:

• Vorhandene TÜV-Plakette und ein GS-Siegel
• Anschnallmöglichkeiten fürs Kind
• Funktionierende Bremsen
• Reflektoren
• Sicherer Stand, wenig Kippmöglichkeiten
• Sicherer, fest arretierbarer Klappmechanismus

Die Sonderausstattung – Luxus für die Eltern

Junges Pärchen mit Kinderwagen

Der Kinderwagen-Vergleich hilft bei der Auswahl des perfekten Gefährts. Bild: Syda Productions – Dollar Photo Club

Bei allem Luxus fürs Kind muss aber auch der Schiebekomfort berücksichtigt werden. Bei den meisten Kinderwagen lässt sich der Schiebegriff mit wenigen Handgriffen in der Höhe verstellen. Vor allem besonders große Eltern sollten vorab testen, ob der Wagen eine bequeme Schiebehöhe besitzt. Natürlich spielen auch Schiebeverhalten, Leichtgängigkeit und Gewicht eine große Rolle. Vor allem wenn der Wagen oft getragen werden muss – beispielsweise in die Wohnung, in den Keller oder auch in den Kofferraum – sollte er nicht zu schwer sein. Damit auch lange Spaziergänge kein Problem werden, sollte der Wagen sich gut schieben lassen. Um den sich ändernden Bedürfnissen von Babys und Kleinkindern gerecht zu werden, ist die Möglichkeit zur Änderung der Blickrichtung ein mögliches Kriterium für oder gegen eine Kinderwagen-Empfehlung. Bei einigen Wagen lässt sich das komplette Sitzelement entfernen und umdrehen, andere Wagen verfügen über einen Schwenkgriff, mit dem die Fahrtrichtung des Kindes mit nur einem Griff geändert werden kann.

Kinderwagen – Die Checkliste

Eine Kinderwagen-Empfehlung ist nicht leicht, da jedes Elternpaar andere Ansprüche an die künftige Familienkutsche hat. Für welchen Kinderwagen Eltern sich letztlich entscheiden, ist immer von individuellen Vorlieben abhängig. Welcher Kinderwagen ist der beste? Um die Entscheidung zu erleichtern, haben wir eine Checkliste für den Kauf des Kinderwagens zusammengestellt:

• Kombiwagen, Erstlingswagen oder Sportwagen? Welcher Wagentyp soll es sein?
• Wer schiebt? Passt die Höhe des Griffs zur Größe der Eltern/Großeltern?
• Wie sind die Räder? Wald- und Wiesentauglich oder eher Großstadtsprinter?
• Hat der Wagen einen Schwenkgriff, um die Blickrichtung des Kindes zu ändern?
• Wie klein lässt sich der Wagen falten? Damit die Mini-Kutsche in die Familienkutsche passt
• Wie schwer ist das Gefährt?
Ist der Wagen sehr groß? Kann in engen Bussen viel ausmachen!
• Wie lange kann der Wagen genutzt werden?
• Hat der Wagen Stauraum? Dann eignet er sich beim Einkauf als Transporthilfe!
• Wie stabil ist der Wagen? Bekommt man gut Ersatzteile und lässt sich der Wagen gut verkaufen?
• Wie ist der Preis?
• Gibt es den Wagen auch gebraucht?

Die Entscheidung – Probefahren und zuschlagen!

Bevor der Kinderwagen gekauft wird, empfiehlt sich ein Praxistest. Kinderwagen gibt es in spezialisierten Babymärkten in großer Auswahl zur Besichtigung. Dort können interessierte Eltern nach Herzenslust schieben, klappen, manövrieren und testen. Da Kinderwagen eine teure Anschaffung sind, sollte beim Kauf alles stimmen und der Wagen unbedingt vorher Probe gefahren werden. Ist dies geschehen und die Entscheidung gefallen, können Eltern nach einem günstigen Angebot oder einem passenden Gebrauchtwagen Ausschau halten. Da Kinderwagen meist aufgrund des hohen Preises und der kurzen Nutzungsdauer pfleglich behandelt werden, lässt sich mit einem guten gebrauchten Wagen oft ein Schnäppchen machen. Zudem ist hier die Gefahr durch Schadstoffe deutlich reduziert.