Haben Ihre Eltern Ihnen als Kind auch des Öfteren eine Gute-Nacht-Geschichte oder andere Geschichten vorgelesen? Falls ja, erinnern Sie sich sicherlich daran, wie wohl Sie sich in diesen Situationen gefühlt haben: Eine nahestehende Person hat sich für Sie Zeit genommen, Sie haben vielleicht gemeinsam gelacht, sich geborgen gefühlt und ganz nebenbei auch einiges gelernt. Ohne Frage ist es ein wunderschönes Ritual, seinen Kindern vor dem Einschlafen eine Gute-Nacht-Geschichte vorzulesen. Der Tag nimmt – mag er auch noch so aufregend gewesen sein – mit einer Gute-Nacht-Geschichte einfach ein schönes, beruhigendes Ende. Falls auch Sie Ihren Kindern regelmäßig eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen möchten, haben wir im Folgenden ein paar Tipps und Informationen für Sie – angefangen bei der Frage, welche Pluspunkte das Vorlesen im Allgemeinen aufweisen könnte, bis hin zu Tipps, wie Sie passende Literatur finden und selbst kreativ werden könnten.

Vorlesen fördert Ihre Kinder

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Die Pluspunkte des Vorlesens

Wer seinen Kindern altersgerechte Geschichten vorliest, sorgt nicht nur für Spaß und Unterhaltung. Es ist auch denkbar, dass das Vorlesen zahlreiche weitere Vorteile aufweist. Dazu gehört im Idealfall unter anderem auch, dass das Vorlesen die Entwicklung von Kindern fördert: Wenn Sie Ihren Kindern regelmäßig eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen, könnte dies neugierig machen und zum eigenständigen Lesen, das eine Basis für erfolgreiches Lernen ist, anregen. Das Vorlesen könnte möglicherweise auch den Wortschatz Ihrer Kinder erweitern, vielleicht auch die Konzentrationsfähigkeit schulen. Und natürlich lernt ihr Nachwuchs aus guten Geschichten ggf. auch abseits sprachlicher und leistungsbezogener Fähigkeiten viel – sei es in den Bereichen Sozialkompetenz oder Selbstbewusstsein, sei es die Fähigkeit, mit Ängsten umzugehen oder Empathie zu entwickeln, oder etwas anderes Positives.

Wie eingangs schon angedeutet, wird der Lerneffekt aber auch von etwas begleitet, das mindestens genauso wichtig ist: Das Vorlesen weist das Potenzial auf, für eine gute Beziehung zwischen Kind und Eltern zu sorgen, es bietet Gelegenheit, dass Kinder und Eltern sich mehr miteinander austauschen, und sorgt einfach für eine angenehme Atmosphäre. Letzteres ist vor allem abends, wenn die Gute-Nacht-Geschichte relevant wird, besonders willkommen: Während Sie vorlesen, kann Ihr Kind sicherlich gut zur Ruhe kommen. Wird das Vorlesen zu einem Ritual, das auf das Schlafen vorbereitet, fällt das Zubettgehen gewiss mit der Zeit leichter, was sowohl für Kinder als auch für ihre Eltern angenehm ist und für mehr Harmonie in der Familie sorgen könnte.

Welche Gute-Nacht-Geschichte vorlesen?

Bei der Auswahl der Geschichten, die Sie Ihrem Nachwuchs vorlesen möchten, müssen Sie natürlich sehr sorgfältig vorgehen. Außerordentlich wichtig ist es hierbei, dass jede Gute-Nacht-Geschichte zum Alter Ihres Kindes passt. Sind Sie diesbezüglich unsicher, hilft Ihnen der Buchhandel in aller Regel weiter: Nicht nur, dass hier die Literatur für Kinder häufig nach unterschiedlichen Altersgruppen sortiert ist, auch Buchhändler können beratend tätig werden und Sie bei der Auswahl der passenden Literatur fachkundig unterstützen. Bedenken Sie bei Ihrer Auswahl auch, dass es sehr praktisch sein könnte, wenn Sie ein Buch wählen, in dem viele einzelne kleine Geschichten zu finden sind. So können Sie jeden Abend eine abgeschlossene kleine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen, was sicherlich insbesondere für jüngere Kinder sinnvoll ist. Wählen Sie eine lange, zusammenhängende Geschichte – zum Beispiel für etwas ältere Kinder – sollten Sie darauf achten, dass sich diese ebenfalls gut „portionieren“ lässt. So finden Sie zum passenden Zeitpunkt leichter einen geeigneten Abschluss und Ihr Kind kann sich auf die Fortsetzung am nächsten Abend freuen. Eine andere Option ist es, nicht auf eine Gute-Nacht-Geschichte zurückzugreifen, die Sie in einem Buch finden, sondern selbst kreativ zu werden. Mehr hierzu erfahren Sie im Folgenden.

Die selbst geschriebene Gute-Nacht-Geschichte

Mit ein bisschen Fantasie und schöpferischem Geist können sich Eltern natürlich auch selbst eine Gute-Nacht-Geschichte ausdenken, um diese ihrem Nachwuchs später entweder vorzulesen oder einfach frei in eigenen Worten zu erzählen. Das Tolle an diesem Vorgehen ist, dass Sie in Ihren eigenen Geschichten natürlich wunderbar auf das eingehen können, was Ihr Kind derzeit beschäftigt und was es liebt. Wie wäre es etwa mit einer Gute-Nacht-Geschichte, in der die Lieblingstiere Ihres Kindes die Hauptrolle spielen? Mit einer Geschichte, die an einem Urlaubsort spielt, an dem Sie als Familie einmal schöne Ferien verlebt haben? Oder mit einer, welche die Vorfreude Ihres Kindes auf die Schule steigert? Sie kennen Ihr Kind am besten und wissen daher sehr gut, was ihm gefallen und nutzen könnte. Schöpfen Sie diesen Vorteil aus und werden Sie selbst kreativ! Sie könnten auch schöne Erlebnisse aus Ihrer eigenen Kindheit in die Gute-Nacht-Geschichte einfließen lassen: Kinder interessieren sich in aller Regel sehr dafür, wie die eigenen Eltern als Kinder ihre Zeit verbrachten, welche Streiche sie ausheckten und was sie sonst noch alles erlebten. So wird Ihre Gute-Nacht-Geschichte noch persönlicher!

Als Alternative zum Vorlesen das Hörspiel

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Die Gute-Nacht-Geschichte als Hörspiel

Das Vorlesen einer Gute-Nacht-Geschichte kann und soll auch gerne schnell zu einem festen Ritual werden. Dennoch könnte es natürlich immer mal wieder Situationen geben, in denen Sie als Eltern Ihrem Nachwuchs ausnahmsweise einmal keine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen können. Natürlich übernehmen in solchen Situationen die nahestehenden Personen, die auf Ihre Kinder aufpassen – wie etwa die Großmutter – in der Regel gerne diese Aufgabe. Eine schöne Idee ist es aber auch, wenn Sie im Vorfeld für ein besonderes Betthupferl sorgen: Sie könnten Ihre Stimme zum Beispiel beim Vorlesen einer selbst verfasste Gute-Nacht-Geschichte aufnehmen, sodass Ihr Nachwuchs später ein ganz außergewöhnliches persönliches Hörspiel genießen kann. Dies tröstet eventuell auch ein wenig über den kurzen Trennungsschmerz hinweg. Toll ist es natürlich, wenn die Person, die Ihr Kind betreut, beim Hören der Aufnahme dabei ist: So ist auch für den sozialen Kontakt, der beim Vorlesen ebenfalls wichtig ist, gesorgt und Ihr Kind hat eine liebe Person in seiner Nähe, falls es noch zusätzlich das Bedürfnis nach einem Gespräch verspürt.