In den ersten Lebensjahren entwickeln sich Kinder sehr schnell. Irgendwann kommt dann auch der Zeitpunkt, zu dem die lieben Kleinen es gar nicht mehr so toll finden, gefüttert zu werden: Sie möchten endlich selbstständig essen – ganz wie die Großen! Schließlich sind die Leckereien, die es zu entdecken gibt, auch sehr verführerisch! Die ersten Versuche, eigenständig zu essen, starten manche Kinder schon im Babyalter: Sobald die Fähigkeit zu greifen mehr oder weniger ausgereift ist, sind natürlich auch Lebensmittel vor den kleinen Händchen und Mündchen nicht mehr sicher. Da es allerdings wohl die wenigsten Eltern schön finden werden, wenn das Essen mit den Händen neuer Standard in Sachen Tischmanieren zu werden droht, steht mitunter früher oder später ein Kinderbesteck auf der elterlichen Einkaufsliste.

Wann ist die Zeit für ein Kinderbesteck gekommen?

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Zu welchem Zeitpunkt Eltern ihren Kindern ein eigenes Kinderbesteck anbieten sollten, lässt sich nicht pauschal sagen. Bei manchen Kindern stellt sich der Wunsch nach selbstständiger Verpflegung früher, bei manchen später ein. Kommt der Wunsch auf – greift ein Baby zum Beispiel beim Füttern zunehmend selbst nach dem Löffel –, wäre natürlich ein Besteck für Erwachsene fehl am Platz: Es ist nicht nur zu groß für Kinderhände und Kindermünder, sondern oft auch zu spitz und zu scharf. Ein Kinderbesteck kann – trifft man eine gute Auswahl – hingegen zumindest etwas sicherer und komfortabler für die Kleinen sein. Dies sollte aber natürlich nicht zu dem Irrglauben verleiten, dass man – sobald das Kind erste Anzeichen macht, sich selbst füttern zu wollen, – ihm sofort ein komplettes Kinderbesteck bestehend aus Löffel, Gabel und Messer anbieten kann.

In der Regel wird es zuerst mit dem Löffel losgehen – er ist nicht nur am einfachsten zu nutzen, sondern im Vergleich zu Gabel und Messer wohl auch am ungefährlichsten. Letzteres bedeutet aber auf keinen Fall, dass Eltern ihr Kind sofort unbeaufsichtigt essen lassen sollten, sobald es den Löffel halten und ihn mehr oder weniger zielgerichtet zum Mund führen kann. Auch zu diesem Zeitpunkt können noch eine Menge Missgeschicke passieren und das Essen mit einem Kinderbesteck zu lernen, ist ein Prozess, der recht viel Zeit einnehmen kann. Nach dem Löffel kommt dann unter Beaufsichtigung der Eltern vielleicht irgendwann die Gabel ins Spiel. Bis Kinder allerdings halbwegs sicher mit Löffel, Gabel und auch noch Messer essen können, kann sehr viel Zeit ins Land gehen. Die Nutzung des Messers bedarf natürlich besonders viel Vorsicht durch das Kind und die Eltern, die es auch hierbei anleiten. Das Messer bleibt oft auch sehr lange außen vor – selbst, wenn ältere Kinder den Umgang mit dem Messer schon erlernt haben, lassen sie dieses mitunter, wann immer möglich, liegen, da das Essen mit Messer und Gabel nun einmal etwas umständlich und nicht bei jeder Mahlzeit im Familienkreis notwendig ist.

Kinderbesteck unzugänglich aufbewahren

Das Besteck für Erwachsene und viele andere Küchenutensilien, von denen eine Gefahr ausgehen könnte, sicher zu verstauen, ist für Eltern kleinerer Kinder selbstverständlich eine sehr wichtige Pflicht. Ein Kinderbesteck mag zwar etwas harmloser wirken als das übrige Besteck, es sollte aber natürlich ebenfalls sicher weggepackt werden, wenn Mama oder Papa nicht gerade mit dem Nachwuchs das Essen mit selbigem üben. Kleine Kinder sind sehr kreativ und könnten auch ein Kinderbesteck als Werkzeug für Unternehmungen nutzen, die nichts mit dem Essen zu tun haben – ganz zu schweigen davon, dass sich durch die wie auch immer geartete unbeaufsichtigte Nutzung ein Verletzungsrisiko ergeben könnte. Also: Auch wenn ein Kinderbesteck harmlos aussehen mag, solange das Kind noch nicht alt genug ist, um damit absolut sicher und verantwortungsbewusst umzugehen, sollte auch dies nach seinem Einsatz und seiner Reinigung immer wieder direkt in einer gesicherten Küchenschublade verschwinden.

Kinderbesteck in vielen Varianten

Kinderbesteck gibt es in vielen unterschiedlichen Varianten. Für die ersten Versuche, mit Besteck zu essen, gibt es etwa spezielle Kinderbestecke, die besonders gut in den kleinen Händen liegen und die so gefertigt sind, dass sie kein unvertretbar hohes Verletzungsrisiko entstehen lassen sollten. Zu diesem Zweck sind zum Beispiel die Gabelspitzen nicht wirklich spitz gefertigt und die Schneide des Messers so geformt, dass mit ihr weniger geschnitten als vielmehr weiche Speisen durch Drücken zerkleinert werden können. Mitunter kommen bei der Fertigung solcher kindgerechten Bestecke auch Materialien zum Einsatz, die das Verletzungsrisiko zusätzlich reduzieren könnten und die kein Getöse von sich geben, wenn sie einmal zu Boden fallen: so etwa Plastik, wobei unter anderem aber auf Schadstofffreiheit und Robustheit zu achten ist. Auch beim Üben mit einem Kinderbesteck, das sich an sehr junge Gourmets richtet, sollten Kinder aber natürlich immer durch ihre Eltern angeleitet und begleitet werden.

Neben Einsteigermodellen werden auch Kinderbestecke angeboten, die in Hinblick auf das Material und die Formgebung der Griffe mehr an diejenigen erinnern, die wir als Erwachsene gewohnt sind. Natürlich gibt es aber auch hier ein paar Unterschiede zum Erwachsenenbesteck – nämlich in der Regel, dass auch bei solchen Bestecken für Kinder auf eine allzu scharfe Schneide und vielleicht auch auf zu spitze Gabelzacken verzichtet wird, sie in ihrer Größe an die Bedürfnisse der kleinen Leckermäuler angepasst sind und sich mitunter recht bunt und verspielt präsentieren. In Sachen Aufmachung ist dabei vieles möglich: Manch ein Kinderbesteck zeigt zum Beispiel an den Griffen bunte aufgemalte Figuren, andere verfügen über geprägte Motive und bei manchem ist gleich der ganze Griff in knalligen Farben gehalten. Eltern können zudem bei Bedarf auch ein Kinderbesteck wählen, das sich sogar nach Wunsch gravieren lässt – etwa mit dem Namen des Kindes. All diese außergewöhnlichen Aufmachungen sollen den Kleinen sicherlich auch mehr Lust am eigenständigen Essen vermitteln und können so schöne Motivatoren sein. Welches Kinderbesteck für welches Alter infrage kommt, geben die Hersteller übrigens in der Regel an. Dies kann für Eltern eine erste Orientierung sein. Natürlich sollte bei der Auswahl des Kinderbesteckes aber auch der individuelle Entwicklungsstand des Kindes Berücksichtigung finden.

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Wer das eigenständige Essen lernt, muss auch Tischmanieren lernen!

Es hilft wenig, wenn Kinder zwar darauf verzichten, mit den Händen zu essen, dafür aber mit dem Kinderbesteck wild herumstochern, Leckereien von Papas Teller stibitzen und unappetitliches Verhalten beim Essen an den Tag legen. Spätestens, wenn ein Kind also beginnt, das selbstständige Essen mit einem Kinderbesteck zu erlernen, sollte es auch mit den Tischmanieren Bekanntschaft schließen, auf welche die Eltern Wert legen. Ein recht junges Kind wird zwar noch nicht alle Regeln, die hierbei ins Spiel kommen könnten, berücksichtigen können. Es schaut sich aber selbstverständlich auch viel bei seinen Eltern und älteren Geschwistern ab, sodass die Tischmanieren nach Möglichkeit niemals auf der Strecke bleiben sollten.

Ein gutes Vorbild geben Eltern und Geschwister zum Beispiel dann ab, wenn sie unter anderem erst dann mit dem Essen beginnen, wenn alle am Tisch versorgt sind, wenn niemand den Tisch während des gemeinsamen Mahles verlässt und die Speisen gerecht geteilt werden, ohne dass sich eine einzelne Person sprichwörtlich die Rosinen aus dem Kuchen pickt. Zudem sollte Kindern auch rechtzeitig vermittelt werden, dass Hygiene beim Essen eine wichtige Rolle spielt: Vor dem Essen werden die Hände gewaschen, ein heruntergefallenes Kinderbesteck wird nicht einfach weiter benutzt, sondern zuerst gereinigt, nach dem Essen wird der Mund abgewischt und so weiter und so fort. Wie diese Beispiele aus dem Reich der Tischmanieren zeigen, lernt man beim Essen viel mehr, als sich einfach nur mit Nahrung zu versorgen! Und Sozialkompetenz, Höflichkeit, Reinlichkeit und Co. kann ein Kind auch abseits des Esstisches sicherlich im späteren Leben sehr gut gebrauchen!