Kinder auf Gymnastikbällen

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Ganz unabhängig von der eigenen Sportlichkeit wünschen sich viele Eltern, ihre Kinder frühzeitig an eine Sportart heranzuführen, damit der Nachwuchs gesund und fit bleibt. Gerade erst wurde die Geburtsanzeige versendet und schon kann der Nachwuchs aktiv werden. Doch wie lässt sich eine geeignete Sportart für Kinder finden? Erinnern Sie sich doch einfach einmal an Ihre eigene Kindheit zurück: Sicherlich haben auch Sie im Kindergarten und in der Schule viel Zeit mit dem Turnen verbracht! Warum das Kinderturnen so verbreitet und geradezu klassisch ist, liegt auf der Hand: Der Einstieg ist einfach, das Kinderturnen lässt sich auf unterschiedliche Altersgruppen zuschneiden und ist ein Sport, der sich wunderbar in der Gemeinschaft ausüben lässt. Sind Ihre Erinnerungen an die eigenen Turnerfahrungen nicht mehr die frischsten, erfahren Sie im Folgenden, worum es beim Kinderturnen im Groben geht. Zudem haben wir ein paar Tipps zusammengestellt, die es Ihnen erleichtern könnten, Ihre Kids fürs Kinderturnen und für andere Sportarten zu motivieren, um sie aus dem eigenen Bettchen zu bekommen.

Um was geht’s beim Kinderturnen?

Kinderturnen ist vor allem eines: sehr abwechslungsreich, weshalb es auch an die unterschiedlichen Fähigkeiten von Kindern diverser Altersklassen angepasst werden kann. Zum einen spielt beim Turnen – und somit auch beim Kinderturnen – natürlich das Bodenturnen eine große Rolle. Jüngere Kinder üben sich hierbei unter anderem im Schlagen von Purzelbäumen, während die Fortgeschrittenen mitunter schon stolz ein Rad, einen Handstand oder andere Übungen vorführen können. Zum anderen fällt in den Bereich des Turnens natürlich auch das Geräteturnen: Schwebebalken, Barren und Co. lassen grüßen, aber auch kleinere Utensilien für das Turnen wie etwa Reifen und Springseile lassen sich integrieren.
Da Kinder natürlich nicht nur ein strammes Turnprogramm absolvieren möchten, sondern ihrem Altern entsprechend auch einen ganz natürlichen Drang nach freier Bewegung, Spiel und Spaß aufweisen, kommen beim Kinderturnen auch Spiele wie Fangen und Co. nicht zu kurz. Sie oder aber auch die Bewegung zu Musik sorgen häufig für Auflockerung vor, zwischen oder nach den Turneinheiten. Mitunter gibt es übrigens Angebote für das Kinderturnen, die sich schon an Kinder ab einem Alter von einem Jahr richten: Hier stehen die klassischen Turnübungen, wie man sie kennt, natürlich noch nicht auf dem Programm. Vielmehr geht es bei den allerersten Turnstunden solch junger Kinder um die ersten Erfahrungen mit dem eigenen Körper und um die Entwicklung grundlegender motorischer Fähigkeiten – das Ganze natürlich bei so jungen Kindern immer in Begleitung der Eltern.

Mädchen turnt

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Was bringt das Kinderturnen?

Früh übt sich, wer kein Sportmuffel werden möchte – das Kinderturnen kann durch seine altersgerechte Ausrichtung schon für sehr junge Kinder infrage kommen und somit die Basis für Spaß an Bewegung und Sport legen. Zudem ist das Kinderturnen – anders als man vielleicht zuerst denken mag – keine Sportart, die zum Einzelgänger macht. Ganz im Gegenteil: Den Purzelbaum macht zwar jeder für sich, durch den Kontakt mit anderen Kindern kann der Nachwuchs aber viel lernen. Dies gilt nicht nur in Hinblick auf Motorik und einzelne sportliche Übungen, sondern auch in Bezug auf das soziale Verhalten. In der Kinderturngruppe werden sicherlich sehr schnell erste Freundschaften geschlossen, kleine Konflikte bewältigt und die Erfahrung erworben, dass es schön ist, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Viele weitere positive Aspekte des Kinderturnens sind denkbar.

Probieren geht über Studieren

Sie sind sich nicht sicher, ob Kinderturnen auch für Ihren Nachwuchs infrage kommt? Sind Ihre Kinder noch relativ jung, könnten Sie einfach dem Grundsatz folgen, dass Probieren über Studieren geht. Schließlich kann Ihr sehr junges Kind sich noch gar keine konkrete Vorstellung vom Kinderturnen machen und lernt am besten aus eigenen Erfahrungen. Erkundigen Sie sich doch einfach, ob in Ihrer Gemeinde Kurse für das Kinderturnen und in diesem Zuge eventuell auch eine Schnupperstunde angeboten wird. Vielleicht testen Sie und Ihre Kleinen sich auch erst einmal zu Hause im eigenen Kinderzimmer bei kleinen Übungen aus. So können Sie und Ihr Nachwuchs vielleicht erste Eindrücke sammeln und daraufhin entscheiden, ob es mit dem Kinderturnen weitergehen soll oder nicht. Sind Ihre Kinder schon etwas älter, sprechen Sie mit ihnen ruhig über Ihre Idee, das Kinderturnen einmal auszuprobieren. So manch ein Fünfjähriger hat sehr konkrete Vorstellungen davon, was ihm Spaß machen könnte und was nicht. Zum unverfänglichen Antesten des Turnens werden Sie aber sicherlich auch Kinder bewegen können, die zunächst etwas skeptisch sind. Verfestigt sich bei Ihrem Kind aber die Meinung, dass das Kinderturnen nichts für es ist und äußert es den Wunsch, lieber einen anderen Sport zu betreiben, sollten Sie natürlich auch dieses ernst nehmen. Wer mag schließlich schon einen Sport ausüben, der ihm nicht gefällt, während in der Turnhalle nebenan Kurse für die Traumsportart stattfinden?

Mädchen mit Reifen

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Für Motivation beim Kinderturnen und bei anderen Sportarten sorgen

Motivation ist für Kinder immer wichtig – auch wenn es um sportliche Betätigung geht. Beim Kinderturnen können Sie für Motivation sorgen, indem Sie gemeinsam mit Ihrem Nachwuchs in die neue Sportart starten: Bei den ganz jungen Kindern machen die Eltern beim Eltern-Kind-Turnen nämlich einfach mit! Dies nimmt den Kleinen nicht nur die Scheu davor, Neues auszuprobieren und sich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden, sondern sorgt natürlich auch für eine Extraportion Spaß. Schließlich sieht Papa im Gymnastikreifen bestimmt sehr lustig aus und Mamas Purzelbaum wird für großes Staunen sorgen. Nehmen Sie später nicht mehr selbst am Kinderturnen teil, können Sie für Motivation in Sachen Sport bei Ihrem Nachwuchs sorgen, indem Sie weiterhin, aber auf anderen Wegen als gutes Beispiel vorangehen. Machen Sie selbst Sport, ist es für Ihr Kind schließlich viel einfacher, sich von der Sinnhaftigkeit des mitunter schweißtreibenden Unterfangens zu überzeugen.
Damit Ihr Kind auch bei Misserfolgen am Ball bleibt und die ersten kleinen Rückschläge nicht als Anlass nimmt, ein für alle Mal mit jedwedem Sport zu brechen, ist ebenfalls Ihre Motivationskunst gefragt. Verdeutlichen Sie Ihrem Nachwuchs, dass Misserfolge im Leben dazugehören, und nicht bedeuten, dass das Scheitern nun für alle Zeiten vorprogrammiert ist. Machen Sie Mut und zeigen Sie Ihrem Kind Wege auf, die es bestreiten kann, damit beim nächsten Mal alles besser läuft. So stehen die Chancen gut, dass Ihr Kind dem Sport treu bleibt und sich schon bald über Erfolge freuen kann, die das kindliche Selbstbewusstsein stärken. In diesem Sinne sei Ihnen und Ihrem Kind eine sportliche und gesunde Zukunft gewünscht!