DNA-Strang in blau (©123rf.com)

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Der Wunsch nach einem Kind ist ein natürlicher Vorgang der Natur. Haben zwei Menschen zueinandergefunden, fällt die Entscheidung ein Baby zu bekommen nicht schwer. Es vergehen Monate, doch das Wunschbaby lässt lange auf sich warten – was ist also zu tun? Etwa jedes siebte Paar ist von ungewollter Kinderlosigkeit betroffen und sucht nach der Ursache. Die Gründe können ganz unterschiedlicher Natur sein und sich von Paar zu Paar differenzieren. Viele Paare fragen sich oft, ob eine künstliche Befruchtung in solchen Fällen die richtige Lösung ist. Im Folgenden erfahren Sie, worum es sich bei einer künstlichen Befruchtung handelt und ob es tatsächlich die Lösung für Ihre Kinderlosigkeit sein kann.

Künstliche Befruchtung – Fakten

Hand in Hand zur künstlichen Befruchtung

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Unter einer künstlichen Befruchtung ist die Herbeiführung einer Schwangerschaft zu verstehen. Diese wird bei Paaren angewandt, die über einen längeren Zeitraum erfolglos versuchen schwanger zu werden. Bei einer künstlichen Befruchtung erfolgt die Befruchtung der Eizelle mit dem Sperma (meistens) außerhalb des Körpers einer Frau. In Deutschland werden verschiedene Methoden angewandt:
Intrauterine Insemination (IUI):
Diese Art der Befruchtung wird angewandt, wenn die Spermien-Qualität eingeschränkt ist oder der männliche Partner keinen Geschlechtsverkehr haben kann. Bei dieser Methode findet die Übertragung der vorher gespendeten Samen (Partner oder Spender) in den Körper der Frau statt.
Intratubarer Gametentransfer (Gift):
Hierbei handelt es sich um einen kurzen operativen Eingriff. Unter Narkose werden der Frau die Eizellen durch die Bauchdecke entnommen. Im gleichen Eingriff werden die entnommenen Eizellen zusammen mit dem Sperma des Partners mit einem Schlauch in den Eileiter der Frau übertragen. Dort kann es zur Befruchtung auf natürlichem Weg kommen.
Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI):
Bei dieser Methode werden die einzelnen Spermien des Mannes benötigt. Diese werden sorgfältig ausgewählt und danach direkt in die Eizelle der Frau hinein gespritzt. Erfolgt die Zellteilung, wird der kleine Embryo mittels eines Schlauchs in die Gebärmutter der Frau eingesetzt. Um eine erfolgreiche Schwangerschaft zu gewähren, muss die Frau vor und nach dem Eingriff bestimmte vom Arzt verschriebene Hormone einnehmen.
In-Vitro-Fertilisation (IVF):
Zunächst muss die Frau Hormone einnehmen, damit viele Eizellen in ihr heranreifen können. Diese werden entnommen und zusammen mit den Spermien des Mannes in ein Reagenzglas mit Nährlösung gegeben. Im Glas werden die Eizellen mit den Spermien zusammengeführt, es findet eine Befruchtung statt. Sobald sich die Zellen teilen, werden bis zu drei befruchteter Eizellen in die Gebärmutter der Frau eingesetzt.
Nach dem Eingriff muss die Frau weitere Hormone zur Unterstützung der Schwangerschaft einnehmen.
Nach jedem dieser Eingriffe findet der natürliche Ablauf einer Schwangerschaft statt.
Eine künstliche Befruchtung ist sehr kostspielig, zudem ist keine 100%ige Sicherheit garantiert. So kann es sein, dass das betroffene Paar auch mehrere Versuche mit der künstlichen Befruchtung starten muss, bis der Kinderwunsch endlich in Erfüllung geht. Durch die gesetzlichen Krankenversicherungen kann ein Teil der Kosten (etwa 50 %) für die ersten drei Versuche übernommen werden. Die Voraussetzungen dafür unterscheiden sich von Krankenkasse zu Krankenkasse. Die allgemeinen Bedingungen sind oftmals:

  • Alter: Der Mann darf nicht jünger als 25 und nicht älter als 50 Jahre alt sein. Die Frau darf nicht jünger als 25 und nicht älter als 40 Jahre alt sein.
  • Medizinische Voraussetzungen: Herkömmliche Behandlungsmaßnahmen (z. B. hormonelle Stimulation) sind ohne Erfolg geblieben.
  • Das Paar versucht seit über einem Jahr oder länger auf natürlichem Weg zu einer Schwangerschaft zu kommen.
  • Es muss eine Erfolgschance bei einer der Methoden bestehen.
  • Die Partner müssen miteinander verheiratet sein oder in einer stabilen Partnerschaft leben (ohne mit anderen Partnern verheiratet zu sein).
  • Der psychische Zustand beider Partner.
    Unabhängig der Krankenversicherung sind vorab immer ein Behandlungsplan vorzulegen sowie ein Antrag auf Kostenübernahme zu stellen.

Die Schwierigkeiten einer künstlichen Befruchtung

Die künstliche Befruchtung ist ein medizinisches Meisterwerk

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Der sehnliche Wunsch nach einem Kind sollte nicht unerfüllt bleiben. Doch was wenn monatelanges Versuchen keine Schwangerschaft mit sich bringt? Die seelische Anspannung der Betroffenen wächst mit jedem Zyklus der Frau. Beide Partner leiden still und fangen an den Mangel bei sich zu suchen. Oftmals werfen sich die Männer eine mangelnde Spermaqualität zu, die Frauen die fehlende Durchlässigkeit der Eierstöcke oder eine geringe Produktion der Eizellen. Ungewollte Kinderlosigkeit sollte nicht die Ursache für das Ende Ihrer Beziehung sein. Haben Sie und Ihr Partner nach längerem Versuchen keinen Erfolg, sollten Sie sich beide untersuchen lassen. Reden ist an dieser Stelle das A und O. Gleich wie die Ergebnisse der Untersuchungen ausfallen: Es darf nicht Vorwürfe regnen, respektieren und unterstützen Sie sich gegenseitig.
Der nächste Schritt sind die herkömmlichen Behandlungsmaßnahmen, wie zum Beispiel eine hormonelle Stimulation. Bleiben auch diese erfolglos, kann die künstliche Befruchtung die Lösung für Sie sein. Doch auch eine künstliche Befruchtung garantiert keinen Erfolg. Dieser hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Dazu zählen zum Beispiel Ihr Alter und das Alter Ihres Partners. Auch ist mit einer hohen finanziellen Belastung zu rechnen. Entscheiden Sie sich dennoch für die künstliche Befruchtung, können weitere Risiken entstehen. Dazu zählen: Das Risiko sich bei einem Eingriff zu infizieren, sowohl Frau als auch Mann. Der Körper der Frau kann auf die hormonelle Belastung mit einer Störung oder Infektion reagieren. Außerdem kann es zu Mehrlingsschwangerschaften kommen (IVF-Methode). Nicht zu unterschätzen ist ferner die psychische Belastung, die weiterhin für beide Partner besteht. Da die künstliche Befruchtung nicht sicher ist, wird auch bei dieser Behandlungsweise gebangt und gehofft. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft durch künstliche Befruchtung liegt bei 20 % pro Zyklus. Lassen Sie sich von dieser Tatsache jedoch nicht beunruhigen, denken Sie positiv! Die behandelnden Ärzte und die moderne Medizin eröffnen Ihnen die Möglichkeit einer Schwangerschaft, setzen Sie sich und Ihren Partner also nicht zu sehr unter Druck.

 

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