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Eltern küssen ihr Baby

In manch einer schlaflosen Nacht kommt frisch gebackenen Eltern die Zeit mit dem Baby endlos lang vor. Viele können es kaum erwarten, dass aus ihrem hilflosen Baby ein mobiles Kleinkind wird. Doch ist der erste Geburtstag dann gekommen, wundern sich Eltern, wo die Zeit plötzlich geblieben ist. Wir blicken auf ein Jahr voller Fortschritte und kleiner Wunder.

Das Baby ist da – und nichts ist, wie man es sich vorgestellt hat

Von langsamer Vorbereitung kann keine Rede sein: Kaum ist das Baby auf der Welt, verlangt es seinen Eltern einiges ab. Babys erstes Jahr beginnt mit der Geburt. Kaum ist diese geschafft, muss es sich mit seiner neuen Umgebung arrangieren, es lernt seine Mama und Papa aus einer neuen Perspektive kennen und stellt fest, dass seine Welt plötzlich ganz anders ist als noch vor wenigen Stunden. Dieses hilflose Wesen zu beschützen und ihm das Beste zu geben, wird fortan das Leben seiner Eltern bestimmen. Kaum auf der Welt, hat Ihr Baby schon seinen ersten Termin: Die U1 ist die erste Früherkennungsuntersuchung des Kindes. Sie findet unmittelbar nach der Geburt statt und prüft

  • Atmung
  • Hautfarbe
  • Reflexe
  • Muskeltätigkeit
  • Herzschlag
  • Fontanelle
  • Augen, Nase, Mund
  • Wirbelsäule, Gelenke und Extremitäten

Bis zum dritten Lebenstag finden zwei weitere Untersuchungen statt. Ein erweitertes Neugeborenenscreening testet angeborene Hormon- und Stoffwechselstörungen. Ein Hörscreening überprüft Hörstörungen. Meistens finden diese Untersuchungen noch im Krankenhaus statt.

Nach der Geburt – gleich nach Hause oder noch im Krankenhaus bleiben?

Schon vor der Geburt wissen die meisten Mütter, wie und wo sie ihr Kind gern entbinden würden. Auch die Entscheidung für oder gegen eine ambulante Geburt steht bei vielen Eltern schon lange vor dem Termin fest. Die grundlegende Frage lautet: Krankenhaus oder Geburtshaus? Auch eine Hausgeburt ist grundsätzlich möglich. Die Gründe für oder gegen einen Geburtsort sind individuell. Wer im Geburtshaus entbindet, geht wenige Stunden nach der Geburt mit seinem Säugling nach Hause. Die weitere Betreuung übernimmt die Nachsorgehebamme. Die U1 wird von der Hebamme vor Ort durchgeführt, die weiterführenden Screenings oft im Rahmen der U2 vom Kinderarzt. Wer im Krankenhaus entbindet und sich gegen eine ambulante Geburt entscheidet, geht meist erst nach der U2 nach Hause, die ab dem 3. Lebenstag des Kindes durchgeführt wird.

Kleinkinder bei einer Ärztin

Gesundheit und Entwicklung überprüft der Arzt bei mehreren Früherkennungsuntersuchungen (Foto: © RioPatuca Images / Dollar Photo Club)

Das Kennenlernen – eine spannende Zeit

Zwar hat man lange Zeit, sich auf sein Baby vorzubereiten, doch sieht die Praxis dann meist ganz anders aus als die Theorie. Die erste Zeit wird oft als Kennenlern- und Kuschelzeit bezeichnet. Auch wenn Mutter und Baby bereits seit Monaten eng miteinander verbunden waren und auch der Papa schon Kontakt zu seinem Kind aufnehmen konnte, ist so ein Säugling doch ein völlig fremdes Wesen. Dieses kleine Individuum hat bereits in den ersten Tagen auf der Welt kleine Eigenheiten, die es von anderen Babys unterscheidet. Es hat eine einzigartige Stimme und eine besondere Art zu kommunizieren. In den ersten Tagen und Wochen lernen Eltern und Baby einander kennen. Sie entwickeln erste Routinen und bauen eine noch stärkere Bindung zueinander auf.

Wann kommt der erste Entwicklungsschub?

Die kindliche Entwicklung schreitet rasend schnell voran. Schon nach wenigen Wochen hat Ihr Baby einen Entwicklungsschub. Die Entwicklungsschritte des Babys lassen sich zeitlich ungefähr eingrenzen, aber der Umfang und die Intensität können nur schwer vorhergesagt werden. Oft ist Babys Entwicklungsschub mit vielen Tränen und Unruhe verbunden. Die Kleinen wachsen und entwickeln sich und reagieren auf diese Veränderungen mit den wenigen Mitteln, die sie zur Verfügung haben. Mit Geduld und Liebe lassen sich die meisten Schübe gut aushalten. Die Gewissheit, dass es nur eine Phase ist, hilft vielen Eltern dabei, nicht zu kapitulieren. Hinzu kommt, dass man den meisten Kindern nach dem Schub deutlich anmerkt, welche Fähigkeit oder Eigenschaft sich entwickelt hat. So birgt jeder Entwicklungsschritt des Babys neue Überraschungen.

Babys erstes Jahr – die Entwicklungsschritte des Babys im Detail:

1. Schub ab Woche 5: Das Baby wächst und will viel kuscheln. Nach diesem Schub kann es viel besser hören und sehen. Viele Mütter stellen fest, dass ihr Kind sie nun besser wahrnimmt. Auch das ersehnte erste Lächeln kann sich nun einstellen.

2. Schub ab Woche 8: Das erste Fremdeln kann einsetzen. Am liebsten möchte das Baby nun bei Mama sein, eventuell auch bei Papa. Fremde werden zunächst skeptisch beäugt. Viele Babys entwickeln die Vorliebe für eine bestimmte Farbe.

3. Schub ab Woche 12: Das Baby entwickelt nun einen deutlich besseren Appetit, bedingt durch den wachsenden Magen. Für stillende Mütter bedeutet dies, dass sich die Milchproduktion erst anpassen muss. Geschieht dies nicht schnell genug, kann das zu Unzufriedenheit beim Baby führen. Eltern, die die Flasche geben, müssen entweder die Abstände zwischen den Mahlzeiten reduzieren oder die Milchmenge erhöhen.

4. Schub ab Woche 19: Dieser Schub kann zur Geduldsprobe werden. Er dauert etwa 4 bis 5 Wochen und ist begleitet von unruhigen Nächten und permanentem Hunger. Oft wird nun mit Beikost begonnen. Zudem wächst das Baby merklich, sodass nach dem Schub oft neue Klamotten benötigt werden.

5. Schub ab Woche 26: Dieser Schub verläuft oft unbemerkt. Danach können viele Babys sich umdrehen und erste Silben artikulieren. Das typische Babygebrabbel geht los und wird Ihr ständiger Begleiter.

6. Schub ab Woche 37: Für die Mobilität ist dieser Entwicklungsschub bei Babys ausschlaggebend, viele können danach krabbeln. Die Fähigkeit, Dinge zu verstehen, steigt. Richtig und falsch kann und sollte nun kommuniziert werden.

7. Schub ab Woche 47: Die Sprachentwicklung schreitet voran, viele Babys lernen ihr erstes Wort. Auch der eigene Wille wird fester, was in Wutanfällen resultieren kann. Babys werden nun eigenständiger und können auch mal alleine spielen.

Kind zwischen Spielzeug

Lachen, greifen, umdrehen – wichtige Entwicklungsschritte in Babys erstem Jahr (Foto: © Anna Kowolik / Dollar Photo Club)

U-Untersuchungen – Vorsorge für die gesunde Entwicklung

Immer wieder fragen sich Eltern, ob ihr Kind gesund und normal entwickelt ist. Einen Anhaltspunkt hierfür geben die Früherkennungsuntersuchungen beim Kinderarzt, auch als U-Untersuchungen bekannt. Diese Vorsorgeuntersuchungen beginnen kurz nach der Geburt mit der U1 und enden zwischen dem 13. und 14. Lebensjahr mit der J1. Die meisten Untersuchungen finden im 1. Lebensjahr statt, nämlich insgesamt sechs. Zu jeder Früherkennungsuntersuchung können Eltern dem Arzt Fragen stellen, wenn sie unsicher sind bezüglich der Entwicklung ihres Kindes. Gewicht, Größe und relevante Untersuchungsergebnisse werden im U-Heft des Babys eingetragen. Neben der Prüfung der allgemeinen Gesundheit sowie der körperlichen, motorischen und geistigen Entwicklung bilden diese Untersuchungen die richtige Basis für die Aufklärung über anstehende Impfungen. Wer nach den Empfehlungen der ständigen Impfkommission impft, muss in Babys erstem Jahr eine Menge Impftermine wahrnehmen. Für fast alle Krankheiten findet die Grundimmunisierung in den ersten Lebensmonaten statt. Der Kinderarzt berät über die gängigen Impfungen und mögliche Risiken.

Untersuchung Alter Inhalt
U1 nach der Geburt Prüfung von Herzschlag, Atmung, Muskeln, Skelett und Gelenken, Fontanelle, Augen, Nase, Mund
U2 3.-10. Tag Sinnesorgane, Organe und Reflexe werden getestet
U3 4.-5. Woche Altersgemäße Entwicklung von Motorik und Reflexen, Gewicht, Reaktionen, Hüftgelenksuntersuchung, Abfrage Trink-, Schlaf- und Verdauungsverhalten
U4 3.-4. Monat Überprüfung der altersgerechten Bewegung und Entwicklung, der Geschlechtsorgane, Sinnesorgane, Haut, Motorik und des Nervensystems
U5 6.-7. Monat Wie bei der U4
U6 10.-12. Monat Geistige Entwicklung, Beweglichkeit und die Sinnesorgane werden überprüft

Dem Alltag trotzen mit gemeinsamen Aktivitäten

Der Alltag mit Baby ist oft anstrengend. Vor allem wenn der Papa nur wenig oder gar keine Elternzeit in Anspruch nimmt, haben Mütter schnell das Gefühl, dass ihnen Zuhause die Decke auf den Kopf fällt. Hier hilft es, sich regelmäßige Aktivitäten zu suchen, die mit Baby wahrgenommen werden können. Krabbelgruppen, Stilltreffs, PEKiP, Babyschwimmen oder Babymassage sind meist nicht nur gut für die motorische Entwicklung des Babys und die Mutter-Kind-Bindung, sondern auch für Mamas Psyche.

Großeltern, Verwandte und Freunde – Auszeiten sind wichtig

Besonders schön für Kinder und Eltern ist es, wenn die Großeltern in der Nähe wohnen und sich auch mal um das Kind kümmern können. Wird das Kind größer, kann es auch mal für mehrere Stunden oder sogar über Nacht bei den Großeltern bleiben. So haben die Eltern Zeit für sich und ihre Partnerschaft, während das Baby neue Erfahrungen sammeln kann. Aber auch einmalige Auszeiten sind gut für den Gemütszustand. Haben Sie vielleicht zur Geburt einen schönen Gutschein geschenkt bekommen für Wellness, Friseur oder ähnliches inklusive Kinderbetreuung, lösen Sie diesen ruhig ein und nutzen Sie die Zeit für sich.

Gewinnspiel Fotowettbewerb
Gewinnspiel Fotowettbewerb

Collage ©Suchhelden, Bilder ©123rf.com

Die besten Rezepte für die besten Babys

Kennt ihr das nicht auch: man möchte seinem kleinen Schatz etwas Leckeres und Gesundes auf den Teller zaubern und die Küche soll danach nicht aussehen wie ein Schlachtfeld? Und trotzdem bereitet man am Ende doch wieder den gleichen Brei zu und eine Frage stellt man sich jeden Tag aufs Neue: Welche Rezepte können leicht gekocht werden, versorgen meinen Liebling mit allen wichtigen Nährstoffen und sind darüber hinaus auch noch schmackhaft?

Um Euch leckere Rezepte und zahlreiche Inspirationen für abwechslungsreiche Gerichte zu bieten, die ideal für Babys und Kleinkinder kreiert sind, veranstalten wir von www.babykarten-paradies.de einen Baby-Food-Contest: Babys à la carte!

Was beinhaltet „Babys à la carte“?

Unser Contest „Babys à la carte“ ist die Gelegenheit für Blogger und ambitionierte Hobby-Köche, ihre schmackhaftesten Rezepte für Babys und Kleinkinder zu präsentieren. So erhalten wir eine Vielzahl verschiedener Gerichte, die Eurem süßen Fratz schmecken und auch noch gesund sind. So sorgen wir für Spaß und Freude bei Groß und Klein! Aus diesen Rezepten wird ein E-Book erstellt, so dass Ihr die Rezepte gleich zur Hand habt. Angaben über  die Zubereitungszeit oder Hinweise auf vegane oder lactosefreie Rezepte lassen keine Wünsche offen. Erfahrene Köche sowie Anfänger können die Rezepte leicht nachkochen: so ist ein schmackhaftes Ergebnis garantiert und die ganze Familie wird begeistert sein!

Ein Contest wäre kein Contest wenn nicht das beste Rezept gekürt werden würde! Daher stehen alle Rezepte zur Abstimmung bereit. Stimmt für Euer Lieblingsrezept, damit dieses auch im Rezeptbuch erscheint. Die Abstimmung beginnt am 06.06.2016!

Und so geht’s:

Bilder von 123rf.com / Collage von Suchhelden

Bilder von 123rf.com / Collage von Suchhelden

  1. Die Blogger senden ihre Rezepte ein und nach dem Zufallsprinzip werden diese veröffentlicht
  2. Die Rezepte stehen vier Wochen zur Abstimmung bereit
  3. Nach vier Wochen werden die Sieger gekürt und aus den beliebtesten Rezepten ein E-Book erstellt.
  4. Ladet das E-Book herunter und kocht Euer Lieblingsrezept jederzeit nach
  5. Das Gewinnspiel inkl. der Ausschüttung der Preise findet ab einer Mindestbeteiligung von 45 Einsendungen statt.

Das gibt es zu gewinnen:

  • 1. Platz: Ein Gutschein für einen Kurztrip ins Disneyland Paris bis max. 2500€
  • 2. Platz: Ein Thermomix
  • 3. Platz: Ein Gutschein im Wert von 500€ für www.babykarten-paradies.de
  • 4.- 10. Platz: Jeweils ein Gutschein im Wert von 250€ für www.babykarten-paradies.de

Auch die Hilfe bei der Zusammenstellung der besten Rezepte wird belohnt:
Unter all den Personen die abstimmen verlosen wir fünfmal einen Amazon Gutschein im Wert von jeweils 75€!

Viel Spaß und gutes Gelingen!

 

Update

Liebe Teilnehmer, Liebe Besucher,
leider müssen wir mitteilen, dass die Abstimmung und damit auch die Verlosung aufgrund einer nicht ausreichenden Teilnehmerzahl nicht stattfinden kann (vgl. „Und so geht´s“).
Wir bedanken uns an dieser Stelle, bei allen Teilnehmern für die bereits eingesendeten Rezepte.

Hebamme trägt ein Kleinkind in einem Geburtshaus
Hebamme trägt ein Kleinkind in einem Geburtshaus (©123rf.com)

Hebamme trägt ein Kleinkind in einem Geburtshaus (©123rf.com)

Wer gerade erst mit der Familienplanung beginnt, weiß es vielleicht gar nicht: Kinder kann Frau nicht nur in einem Krankenhaus zur Welt bringen, sondern unter bestimmten Voraussetzungen auch in einem Geburtshaus. Hinzu kommt, dass Geburtshäuser auch abseits der eigentlichen Betreuung während einer Schwangerschaft, Geburt und der Nachsorge viel für werdende Eltern zu bieten haben: Kurse rund um das Thema Schwangerschaft, Kind und Elternschaft werden in vielen dieser Einrichtungen abgehalten. Wer in einem Geburtshaus arbeitet, wie die Betreuung hier in etwa aussehen könnte und welche Kurse Geburtshäuser mitunter anbieten, versucht dieser Artikel zu erläutern.

Neugeborenes Kind

© 123rf.com

Wer betreut werdende Mütter in einem Geburtshaus?

In einem Geburtshaus arbeiten Hebammen. Diese Fachkräfte haben es in ihrer Ausbildung unter anderem erlernt, eine Schwangerschaft von Anfang bis Ende zu begleiten, bei normalen Geburten die Leitung Hebammen absolvieren in Deutschland eine dreijährige Berufsausbildung (Verkürzung auf zwei Jahre für Krankenschwestern ist möglich) und müssen ein staatliches Examen ablegen. Ein Geburtshaus ist eine Einrichtung, die in Hinblick auf ihre Größe nicht mit einem Krankenhaus zu vergleichen ist. Es ist in der Regel ein Zusammenschluss einiger weniger Hebammen. Daraus resultiert im Idealfall auch eine andere Atmosphäre als in einem Krankenhaus: Die Betreuung kann dort also viel persönlicher sein.

Ärzte arbeiten üblicherweise nicht in einem Geburtshaus. Sollten während oder nach einer Entbindung allerdings Probleme auftauchen, welche die Kompetenzen einer Hebamme überschreiten, muss selbstverständlich ein Arzt zurate gezogen werden – etwa, indem ein Transport der Schwangeren oder des Neugeborenen in das nächste Krankenhaus erfolgt. Mitunter kooperieren Geburtshäuser auch anderweitig mit Ärzten. Hebammen selbst können nicht alle Leistungen erbringen, die bei einer Geburt oder der Versorgung eines Neugeboren im Ernstfall gefragt oder angezeigt sein könnten – über diese Unterschiede sowie Grenzen und darüber, wann eine Verlegung vom Geburtshaus in ein Krankenhaus notwendig werden könnte, sollten sich werdende Eltern näher informieren.

Die Art der Betreuung in einem Geburtshaus

Die persönliche Betreuung in einem Geburtshaus ist der wichtigste Aspekt, mit dem diese Einrichtungen aufwarten können. Diese persönliche Betreuung spiegelt sich nicht nur darin wider, dass eine Schwangere in einem Geburtshaus bei der Entbindung oft von einer Hebamme betreut wird, ohne dass diese noch gleichzeitig für andere Frauen da sein muss. In einem Geburtshaus werden der Schwangeren häufig auch viele Möglichkeiten geboten, die Entbindung individuell zu gestalten: So kann die Schwangere zum Beispiel in der Regel relativ frei entscheiden, welche Gebärposition sie wählen möchte. Die persönliche Betreuung beginnt in einem Geburtshaus aber schon sehr weit vor der Entbindung: Individuelle Beratungsgespräche und die sonstige Betreuung vor der Geburt können helfen, eine enge Beziehung zu den Hebammen aufzubauen, sodass sich im Idealfall eine vertraute und angenehme Atmosphäre herstellen lässt, die auch bei der Entbindung selbst viel wert sein kann. Nach der Geburt begleiten die Hebammen die Mütter zu Nachsorgezwecken ebenfalls weiter.

Von der besonderen Art der Betreuung in einem Geburtshaus können ggf. auch solche Schwangeren profitieren, die sich doch für eine Entbindung in einem Krankenhaus entscheiden. So kommt in dieser Situation zum Beispiel ggf. eine Teilnahme an Kursen vor und nach der Geburt infrage. Schwangere, die sich lediglich für diesen Teilbereich der Betreuung interessieren, sollten im jeweiligen Geburtshaus aber nachfragen, ob die Wahrnehmung des Kursangebotes an die Wahl des Geburtsortes geknüpft ist oder nicht. Auf der anderen Seite ist es auch wichtig zu wissen, dass nicht jede Schwangere in einem Geburtshaus entbinden kann. Liegen bestimmte Risikofaktoren oder Komplikationen vor, kann aus Sicherheitsgründen eine Entbindung in einem Krankenhaus notwendig sein. Über die Möglichkeiten einer Entbindung in einem Geburtshaus informieren die Einrichtungen werdende Eltern.

Kurse vor und nach der Geburt eines Kindes

Schwangere Frau mit Gymnastikball

© 123rf.com

Ein Kind zu bekommen, bedeutet viel mehr, als nur die Entbindung zu absolvieren. Werdende Eltern benötigen während und nach der Schwangerschaft auch anderweitig Betreuung und Unterstützung. Genau diesem Umstand tragen Geburtshäuser Rechnung, indem sie oftmals ein breites Angebot an Kursen anbieten, die vor oder nach der Geburt besucht werden können. Ein Klassiker unter den Kursen, die vor der Geburt anstehen, ist der Geburtsvorbereitungskurs. Ein Geburtshaus kann aber auch viele weitere Kurse anbieten, die für Schwangere hilfreich sein könnten – etwa Kurse zu den Themen Yoga in der Schwangerschaft oder Stillvorbereitung. Zu den Kursen, die von einem Geburtshaus nach der Entbindung angeboten werden könnten, zählen zum Beispiel Kurse in Sachen Säuglingspflege, Stillberatung, Rückbildung, Eltern-Kind-Yoga oder Babymassage. Auch anderweitige Beratungen und auch Vorträge können von einem Geburtshaus organisiert werden – etwa zu den Themen Kinderernährung, Erste Hilfe für Kinder oder Umgang mit dem Tragetuch. Mitunter darf auch Unterhaltsames für Babys, Kleinkinder und Eltern nicht fehlen – so etwa Kinderturnkurse, Kurse, in denen Eltern lernen, für ihr Kind zu singen und so Geborgenheit in der Eltern-Kind-Beziehung herzustellen, oder auch Treffen mit anderen Müttern, die den Erfahrungsaustausch befördern sollen. Vieles weitere ist denkbar und das Angebot unterscheidet sich natürlich von Geburtshaus zu Geburtshaus. Werdende Eltern sind also gut beraten, sich in das jeweilige Kursangebot der Einrichtung einzulesen, die für sie infrage kommen könnte.

Krankenhaus, Geburtshaus oder Hausgeburt?

Ob die Geburt des eigenen Kindes in einem Krankenhaus, in einem Geburtshaus oder gar zu Hause in den eigenen vier Wänden unter Begleitung einer Hebamme stattfinden soll, ist eine sehr individuelle Entscheidung. Es erscheint wichtig, dass werdende Eltern und auch schon Paare, die überhaupt mit dem Gedanken spielen, ein Kind zu bekommen, alle Optionen mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen kennenlernen. Nur auf dieser Basis lässt sich dann eine eigene, abgewogene Entscheidung treffen. Das Informationsangebot von Hebammen, Geburtshäusern und Krankenhäusern ist groß: Alle werdenden Eltern sollten es nutzen, um mehr über die unterschiedlichen Optionen zu erfahren! So lassen sich auch Vergleiche ziehen.

Schlafendes Kind

Kaum ein Thema beschäftigt junge Eltern mehr als der Schlaf ihres Kindes. Schläft es durch oder muss es nachts stündlich gestillt oder gefüttert werden? Macht es gern die Nacht zum Tag oder schläft es problemlos ein? Und wo ist der beste Schlafplatz für das Baby? Manche Babys schlafen vom ersten Tag an im eigenen Bett, andere die ersten Monate oder sogar Jahre im Familienbett an der Seite von Mama und Papa. Wir beleuchten die Vor- und Nachteile verschiedener Schlafmodelle.

Manchen Eltern sind ihr Nachtschlaf und ihr gemeinsames Bett heilig, andere wollen möglichst Tag und Nacht ihr Baby um sich haben. Betrachtet man sich die historische Entwicklung, ist das getrennte Schlafen von Eltern und Kindern eher ein neuzeitliches Phänomen. Schon früh in der Menschheitsgeschichte war es üblich, dass die Familie gemeinsam in einem Raum oder sogar in einem Bett schlief. Die Gründe dafür waren nicht immer dieselben:

  • Gemeinsam schlafen war sicherer – drangen wilde Tiere in eine Höhle ein, konnten Kinder nur überleben, wenn sie durch die Gemeinschaft auch nachts geschützt waren.
  • Gemeinsam schlafen war günstiger – es wurde weniger Platz benötigt, es musste weniger geheizt werden.
  • Es gab keinen Raum für getrennte Schlafplätze – Wohnraum war oft Mangelware und teuer. Daher mussten alle Familienmitglieder zusammenrücken.

Heute sind diese Gründe in westlichen Industrienationen weitgehend überholt. Erst etwa seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts wurde es zunehmend üblicher, Kinder in eigenen Zimmern schlafen zu lassen.

Familienbett – die große Schlaffläche für die ganze Familie

Seit einiger Zeit gewinnt das Familienbett wieder an Bedeutung. Familien entscheiden sich bewusst dafür, den Nachwuchs bei sich im Bett schlafen zu lassen. Entweder mit einer zeitlichen Begrenzung oder solange, bis das Kind von sich aus entscheidet, nun alleine schlafen zu wollen. Gegner des Familienbetts befürchten eine Verweichlichung der Kinder und sorgen sich um die Sicherheit beim sogenannten Co-Sleeping. Doch solche Bedenken sind unbegründet. Weder das Familienbett noch das Schlafen im eigenen Zimmer birgt ernsthafte Gefahren für Leib und Seele eines Kindes.

Vor- und Nachteile des Familienbetts auf einen Blick:

Pro Contra
Stillen funktioniert unkomplizierter, da Mama nicht aufstehen muss Kinder und Eltern können sich gegenseitig im Schlaf stören
Viele Kinder schlafen besser, weil sie sich sicher und geborgen fühlen Familienbett benötigt mehr Platz, eventuell muss umgebaut werden
Unbewusst nehmen Mütter Atmung und Temperatur des Kindes wahr, so reduziert sich das Risiko eines plötzlichen Kindstods Rutscht das Baby unter die Decke, kann es überhitzen
Kinder im Familienbett werden oft länger gestillt, auch das reduziert das SIDS-Risiko Risiko, aus dem Bett zu fallen, wenn das Kind mobil wird
Schlafen ist oft auch in fremden Umgebungen unproblematisch, solange die Eltern da sind Das elterliche Liebesleben leidet oft unter dem Baby im Bett
Nächtliche Wachphasen bei Mutter und Kind sind meist sehr kurz Nicht geeignet für Raucher: Das SIDS-Risiko steigt deutlich mit einem Raucher im Bett
Auch Väter können ihren Babys sehr nah sein Kinder lassen sich später manchmal nur schwer vom eigenen Bett überzeugen

 

Besonders praktisch ist das Familienbett, wenn die Mutter ihr Baby noch stillt. Denn schläft das Baby im eigenen Bett oder sogar im eigenen Zimmer und muss nachts noch gestillt werden, ist dies für die Mutter ein ziemlicher Aufwand. Bequemer ist es, sich auf die Seite zu drehen, das Kind andocken zu lassen und weiterzuschlafen. Die Angst, dass man sich nachts aus Versehen auf sein Kind legen könnte, ist unbegründet. Dies setzt allerdings voraus, dass beide Eltern bei klarem Verstand sind. Alkohol und starke Medikamente sind tabu, weil sie die Schutzinstinkte herabsetzen können. Auch Raucher müssen draußen bleiben: Durch die von ihnen ausgeatmeten Schadstoffe ist das Risiko des plötzlichen Kindstods im Familienbett deutlich erhöht. Für Babys ist das Familienbett meist eine sehr positive Erfahrung. Gewöhnt an intensive Nähe möchten Babys auch nachts Geborgenheit und Liebe spüren können. Dies geht im Familienbett ohne Probleme. Oft haben Kinder weniger Probleme beim Einschlafen und keine Angst im Dunkeln. Dafür müssen allerdings die Eltern Abstriche hinnehmen. Nur wenn beide Eltern voll hinter dem Konzept stehen, kann es klappen.

Mutter und Vater mit Kindern im Bett

Das Familienbett birgt einige Vorteile für die Eltern und fürs Baby (Foto: © Monkey Business / Dollar Photo Club)

Familienbett – das wird benötigt

Ein Familienbett braucht mehr Platz als separate Betten für Eltern und Kind. Das Familienbett sollte mindestens 1,60 m breit sein, besser mehr. Idealerweise hat es nur eine Matratze, damit niemand in der Lücke zwischen den Matratzen schlafen muss. Als Erweiterung kann auch ein Gitterbett in der gleichen Höhe an eine Seite des Betts gestellt werden. Entfernt man eine Seitenwand, hat das Baby seinen eigenen Balkon direkt am elterlichen Bett. Eine Alternative zum großen Bett ist ein Matratzenlager auf dem Fußboden. Wer ein Familienbett bauen will, kann entweder einen Rahmen um die Matratzen zimmern oder ein Podest errichten. Auch ein Rausfallschutz ist eine gute Sache, spätestens wenn die Kinder mobil werden. Ist das Familienbett groß genug, ist neben dem Babyschlaf auch der Schlaf der Eltern gewährleistet.

Familienbettmodelle im Überblick:

  • Ein großes Bett, mindestens 1,60 m breit mit einer Matratze
  • Ein großes Bett mit seitlich angestelltem und an dieser Seite offenem Babybett
  • Matratzen auf dem Boden, entweder in einem Rahmen oder lose
  • Seitliche Gitter schützen gegen das Rausfallen
  • Kissen auf dem Boden mindern eventuelle Stürze ab

Mehr individueller Raum – das Baby im eigenen Bett

Doch nicht alle Eltern können oder wollen ihr Bett mit ihrem Baby teilen. Für sie gibt es verschiedene Möglichkeiten. Als Kompromiss zwischen eigenem und Familienbett kann ein sogenannter Babybay neben das Elternbett gestellt werden. Dieser ist an der Seite offen, so hat die Mutter schnellen Zugriff auf das Baby, dieses hat aber trotzdem seinen eigenen Bereich. Auch das Babybett oder der Stubenwagen im elterlichen Schlafzimmer ist eine Möglichkeit, das Baby in den ersten Monaten unterzubringen. Eltern können schnell reagieren, wenn das Baby wach wird oder etwas braucht, müssen sich aber trotzdem im eigenen Bett nicht einschränken. Eine weitere Option ist es, das Baby im eigenen Zimmer schlafen zu lassen. Hier kann es ungestört und unabhängig vom elterlichen Schlafrhythmus schlafen. Unruhiger Schlaf oder hustende Eltern beeinträchtigen es nicht.

Die Vor- und Nachteile eines eigenen Betts:

Pro Contra
Die Eltern haben ihr Bett für sich, das Liebesleben leidet eventuell weniger Nächtliches Stillen/Füttern ist aufwendiger
Eltern und Baby stören sich weniger gegenseitig Babys schlafen manchmal unruhiger, weil sie die Nähe der Eltern vermissen
Das Ausquartieren aus dem Elternschlafzimmer ist unkompliziert möglich Möglicherweise höheres SIDS-Risiko, wenn das Kind keine elterlichen Atemgeräusche hört
Das eigene Bett ist verletzungssicher, keine zusätzliche Sicherung notwendig Manche Mütter werden häufiger nachts wach, weil sie nach dem Baby schauen wollen
Weniger Platzbedarf als das Familienbett, flexiblere Raumneugestaltung möglich

Natürlich müssen Eltern sich nicht strikt für ein Modell entscheiden. Auch ein Kind, das von Anfang an im eigenen Bett schläft, wird sicherlich manche Nacht bei den Eltern im Bett verbringen. Vor allem wenn Zähne durchbrechen oder eine Krankheit dem Kind zu schaffen macht, braucht es mehr Nähe als üblich.

Baby mit Kuscheltier im Kinderbett

Im jeweils eigenen Bett können Eltern und Baby ungestört schlafen (Foto: © doble.d / Dollar Photo Club)

Dann nehmen viele Eltern ihr Baby entweder mit ins Bett oder machen es sich im Kinderzimmer bequem. Ein gemütlicher Sessel, eine Matratze oder ein Schlafsofa neben dem Babybett können in solchen Nächsten Gold wert sein. Auch eine gute Nacht Geschichte kann wunder wirken.

Entscheidend ist, was sich individuell richtig anfühlt

Nicht alle Babys ticken gleich. Die einen scheinen zu verzweifeln, wenn sie nicht rund um die Uhr in Mamas Nähe sein können, andere verlangen weinend, wieder ins eigene Bett zu dürfen, wenn sie von den Eltern während eines Fieberschubs ins elterliche Bett geholt wurden. Jede Familie muss für sich den Weg finden, mit dem sie am besten leben kann. Richtig oder falsch gibt es dabei nicht. Wichtig ist, dass der Weg für alle bequem und gangbar ist. Denn nur wenn die Eltern hinter der Entscheidung für ihr Schlafmodell stehen, kann sich diese Sicherheit auf das Kind übertragen. Einfacher wird es für Eltern, wenn sie ihre Entscheidungen hauptsächlich für den Moment treffen. Wer beispielsweise auf das Familienbett verzichtet, weil er Sorge hat, das Kind später nicht ins eigene Bett ausquartieren zu können, wird später immer wieder mit seiner Entscheidung hadern. Einfacher ist es, sich über die Dinge erst dann zu sorgen, wenn es wirklich nötig ist. So bekommen sowohl Eltern als auch Babys das, was für eine zufriedene Familie nötig ist: Ausreichend erholsamen Schlaf.

Füße von Mutter, Vater und Kind unter einer Bettdecke

Die Mutter kümmert sich um Haushalt und Kinder, der Vater bringt das Geld nach Hause? Was lange Zeit als Ideal unserer Gesellschaft galt, gerät zunehmend ins Wanken. Doppelverdiener-Haushalte, gleichberechtigte Aufgabenverteilung und immer mehr Väter, die Elternzeit nehmen, um intensiv Zeit für ihre Kinder zu haben, beschreiben mehr und mehr den Alltag deutscher Familien. Doch ist das wirklich so oder sind es immer noch vor allem Mütter, die für den Nachwuchs zu Hause bleiben? Das Babykarten-Magazin schaut zurück und betrachtet die Elternzeit im Wandel der Jahrzehnte.

Elterngeld Plus soll Anreize schaffen, beide Eltern stärker einzubinden

Obwohl der Gesetzgeber in Deutschland bemüht ist, die Vereinbarkeit von Kind und Beruf voranzubringen und auch Väter stärker in die Kindererziehung einzubinden, sieht die Realität oftmals kaum anders aus als noch vor 20 oder 30 Jahren. Zwar nehmen immer mehr Väter Elternzeit, die meisten von ihnen beschränken sich jedoch auf die 2 Mindestmonate. Im letzten Quartal des Jahres 2013 nahm nur etwa ein Drittel der frischgebackenen Väter Elternzeit. Fast 80 Prozent dieser Väter beschränkten sich auf die 2 Mindestmonate. Den größten Anteil an der Kindererziehung haben also auch heute noch die Mütter. Da Frauen statistisch weniger verdienen als Männer, kann in einem Doppelverdiener-Haushalt auf das Einkommen der Mutter leichter verzichtet werden. Abhilfe soll hier das neue Elterngeld Plus schaffen, das Eltern ermöglicht, während der Elternzeit ohne Abzüge arbeiten zu gehen. Dies soll zum einen die Vereinbarkeit von Kind und Karriere weiter fördern und zum anderen auch für Männer einen Anreiz darstellen, sich stärker in der Familie einzubringen.

Elterngeld oder Elterngeld Plus? Welche Variante lohnt sich für mich?­­­

Mit dem Elterngeld Plus, das alle Eltern beantragen können, deren Kind nach dem 1. Juli 2015 geboren wurde, wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärker gefördert. Elterngeld Plus wird doppelt so lange gezahlt wie Elterngeld, sodass Eltern auch nach dem 14. Lebensmonat des Kindes noch eine finanzielle Unterstützung haben. Aus einem Elterngeld-Monat werden 2 Elterngeld-Plus-Monate. Arbeiten beide Elternteile mindestens 4 Monate am Stück 25 bis 30 Stunden in der Woche, erhöht sich der Anspruch auf 28 Monate. Dabei haben Eltern die Wahl, ob sie sich für das herkömmliche Elterngeld oder das Elterngeld Plus entscheiden. Tatsächlich können sogar beide Varianten miteinander kombiniert werden. Da die meisten Mütter nicht direkt im Anschluss an den Mutterschutz wieder arbeiten wollen, bietet sich für die erste Zeit das herkömmliche Elterngeld an. Es entspricht 65 bis 100 Prozent vom vorherigen Einkommen und wird in einer maximalen Höhe von 1800 Euro ausgezahlt. Je geringer der Verdienst vor der Geburt war, umso niedriger ist die Differenz von Einkommen zu Elterngeld. Der Mindestbetrag liegt bei 300 Euro und wird auch den Frauen gezahlt, die vor der Geburt kein Einkommen hatten.

Elterngeld kann mit Elterngeld Plus kombiniert werden

Entscheidet sich eine Mutter, nach der Geburt 6 Monate komplett zu Hause zu bleiben, verbraucht sie 6 von 12 Monaten Elternzeit. Möchte sie anschließend 25 Stunden pro Woche wieder in ihren Beruf zurückkehren, kann sie ihre verbleibenden Elterngeld-Monate als Elterngeld-Plus-Monate verwenden. Sie erhält dann ohne Abzüge den Betrag, der ihr an normalem Elterngeld zustünde, aufgeteilt auf 12 statt 6 Monate. Entscheidet sie sich für die restlichen 6 Monate für das normale Elterngeld, wird ihr Einkommen angerechnet. Bleibt ein Elternteil für 12 Monate zu Hause, um anschließend wieder Vollzeit in den Beruf zurückzukehren, lohnt sich das Elterngeld Plus nicht. Hier ist es praktischer, sich für das herkömmliche Elterngeld zu entscheiden.

Kind und telefonierende Mutter

Mit Elterngeld Plus wird die Rückkehr ins Berufsleben gefördert (Foto: © Igor Mojzes / Dollar Photo Club)

Elterngeld-Antrag: Das wird benötigt

Das Elterngeld wird bei der zuständigen Elterngeldstelle beantragt. Obwohl es sich um eine Bundesleistung handelt, sind die Anträge nicht einheitlich, sondern von Bundesland zu Bundesland verschieden. Es empfiehlt sich also, vorher den passenden Antrag zu besorgen. Diesen findet man im Internet.

Checkliste für den Elterngeld-Antrag:

  • Der vollständig ausgefüllte Elterngeldantrag
  • Eine Original-Geburtsurkunde des Kindes
  • Einkommensnachweise für die letzten 12 Monate vor der Geburt bzw. vor dem Mutterschutz
  • Wird Mutterschutzgeld bezogen ein Nachweis über dessen Höhe
  • Nachweis über Arbeitgeberzuschuss während des Mutterschutzes
  • Nachweis über Lohnersatzleistungen wie ALG I
  • Bei Selbstständigen der letzte Steuerbescheid

Das Elterngeld kann rückwirkend ausgezahlt werden, allerdings nur für 3 Monate. Entscheidend ist hierfür der Eingang bei der zuständigen Behörde. Um im allgemeinen Stress nach der Geburt den Antrag nicht zu vergessen, empfiehlt es sich, diesen bereits vor der Geburt auszufüllen und alle notwendigen Unterlagen zusammenzutragen. Nach der Geburt muss dann nur noch die Geburtsurkunde hinzugefügt werden, sodass der Antrag schnell gestellt werden kann.

Elternzeit betrifft nur Eltern in festen Arbeitsverhältnissen

Die Elternzeit ist unabhängig vom Elterngeld und nur für Väter und Mütter relevant, die sich vor der Geburt in einem festen Arbeitsverhältnis befunden haben. Generell haben Eltern einen Anspruch darauf, bis zum 3. Lebensjahr des Kindes Elternzeit zu nehmen, wenn sie dieses Kind sowohl selbst erziehen als auch selbst betreuen. Bis zu 24 Monate Elternzeit können auch zwischen dem 3. Und 8. Lebensjahr des Kindes genommen werden. Mütter müssen ihre Elternzeit beim Arbeitgeber spätestens 7 Wochen vor dem Beginn der Elternzeit beantragen. Da sie nach der Geburt einen achtwöchigen Mutterschutz genießen und die Elternzeit erst im Anschluss daran beginnt, muss die Elternzeit also spätestens in der Woche nach der Geburt des Kindes beantragt werden. Möchte der Vater direkt ab der Geburt des Kindes in Elternzeit gehen, gelten für ihn ebenfalls 7 Wochen Frist. Entscheidend ist hierbei das errechnete Geburtsdatum des Kindes.

Der Antrag sollte enthalten:

  • Briefkopf mit Absender
  • Die exakten Daten für Beginn und Ende der Elternzeit
  • Auf Wunsch die Bitte nach Empfangsbestätigung

Festlegung auf Elternzeit ist verbindlich

Da Eltern einen Rechtsanspruch auf Elternzeit haben, können Arbeitgeber diese nicht ablehnen. Allerdings müssen sie nachträglichen Änderungen der Elternzeit für die ersten 2 Jahre nicht zustimmen. Wer also ein Jahr Elternzeit beantragt, in diesem Zeitraum aber entscheidet, lieber 2 Jahre zu Hause zu bleiben, ist auf den Kooperationswillen seines Arbeitgebers angewiesen. Soll nach dem zweiten Jahr auch das dritte Lebensjahr Elternzeit genommen werden, muss dies spätestens 13 Wochen vor dem Ablauf des zweiten Elternzeitjahres beantragt werden. Auch der Wunsch nach einer Teilzeitbeschäftigung von bis zu 30 Stunden pro Woche im zweiten Elternzeitjahr muss vorher mit dem Arbeitgeber vereinbart werden. Der Anspruch auf Elternzeit besteht für jedes Kind. Befinden sich Eltern noch in der Elternzeit von Kind 1, wenn Kind 2 geboren wird, kann die Elternzeit für Kind 1 unterbrochen und an die Elternzeit von Kind 2 angehängt werden. Während der gesamten Elternzeit besteht ein Kündigungsschutz. Ist die Elternzeit zu Ende, wird ihr Arbeitsverhältnis an der Stelle fortgesetzt, wo es beendet wurde. Umfang und Art der Arbeit bleiben also gleich. Allerdings besteht kein Rechtsanspruch auf den alten Arbeitsplatz. Dem Arbeitgeber steht es frei, einen Arbeitnehmer auf eine andere Position im Unternehmen zu versetzen, die der gleichen Vergütungs- und Qualifikationsstufe entspricht.

Seit wann gibt es die Elternzeit?

Die Elternzeit wird immer wieder aktuellen Bedürfnissen angepasst. Erst seit 1979 gibt es so etwas wie Elternzeit in Deutschland. Diese war zunächst auf Mütter beschränkt und bedeutete 6 Monate Kündigungsschutz bei Arbeitsplatzgarantie. Dieser Mutterschaftsurlaub erlaubte Frauen den einfachen Wiedereinstieg in das Berufsleben. Doch auch immer mehr Männer wünschten sich eine Möglichkeit, sich stärker ins Familienleben einzubringen. Als 1986 der Mutterschaftsurlaub vom Erziehungsurlaub abgelöst wurde, konnten erstmals auch Väter für 10 Monate im Beruf pausieren, um zu Hause beim Nachwuchs zu bleiben. Seit 1992 kann der Erziehungsurlaub für 3 Jahre in Anspruch genommen werden. Als finanzielle Entlastung gab es das einkommensunabhängige Erziehungsgeld in Höhe von 600 DM. Seit Ende der 80er werden 3 Monate Erziehungszeit von der Rentenversicherung anerkannt. Als Grundlage für die Rentenanwartschaft gilt in dieser Zeit das bundesdeutsche Durchschnittseinkommen. Mit der Umbenennung des Erziehungsurlaubs in Elternzeit im Jahr 2001 sollte die Qualität der elterlichen Leistung bei der Betreuung von Kleinkindern stärker betont werden. Damit erziehenden Eltern die Rückkehr ins Arbeitsleben erleichtert wird, wurde zunächst der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder von 3 bis 6 Jahren eingeführt, später auch der Rechtsanspruch für Kinder ab einem Jahr. Seit 2007 erhalten Eltern ein einkommensabhängiges Elterngeld für 12 Monate, wenn nur ein Elternteil die Elternzeit in Anspruch nimmt. Beteiligt sich das zweite Elternteil mit mindestens 2 Monaten, wird der Gesamtanspruch auf 14 Monate erhöht. Wenig lukrativ ist dieses Modell für Eltern, die bereits früh wieder in den Beruf einsteigen wollen. Beim normalen Elterngeld wird Einkommen, das im ersten Lebensjahr des Kindes erzielt wird, voll auf das Elterngeld angerechnet. Wesentliche Verbesserungen bietet in diesem Fall das Elterngeld Plus, das für Kinder gilt, die nach dem 1. Juli 2015 geboren wurden. Es bietet Eltern die Möglichkeit, im Bezugszeitraum ohne Abzüge in Teilzeit zu arbeiten. So wird der Wiedereinstieg in den Beruf erleichtert.

Die Entwicklung der Elternzeit in der BRD:

1952 Freistellung von Müttern sechs Wochen vor und nach der Geburt
1968 Ausweitung der Schutzfrist nach der Geburt auf acht Wochen
1979 Mutterschaftsurlaub sechs Monate nach der Geburt mit Kündigungsschutz
1986 Erziehungszeit von 10 Monaten erstmals auch für Väter vorgesehen
1992 Ausweitung des Erziehungsurlaubs auf bis zu drei Jahre
1992 Erziehungsgeld in Höhe von 600 DM
1998 Gemeinsames Sorgerecht für verheiratete Paare wird Standard
2001 Aus Erziehungsurlaub wird Elternzeit
2007 Einkommensabhängiges Elterngeld
2007 Elternzeit verlängert sich auf 14 Monate, wenn der Vater 2 Monate nimmt
2015 Elterngeld Plus verbessert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Schwangere liegt auf einem Bett und ließt Babyratgeber

Schwanger sein ist schön und aufregend. Und es ist jeden Tag etwas Neues – der Bauch wächst, das Baby bewegt sich, es ziept und zwackt, plötzlich hat man Appetit auf Dinge, bei denen man vorher verächtlich die Nase gerümpft hat. Dann ist das Baby da und wieder geschehen täglich neue aufregende Dinge. Manche Eltern verlassen sich einfach auf ihre Instinkte. Doch andere wollen es genauer wissen: Zahlreiche Baby-Ratgeber unterstützen junge Eltern während der Schwangerschaft und in den ersten Monaten mit dem Nachwuchs. Im Babymagazin haben wir eine Auswahl an Baby-Büchern zusammengetragen.

Für jeden Anspruch das passende Buch

Der Markt ist voll mit Baby-Ratgebern. Viele Bücher sind informativ und hilfreich, andere eher überflüssig. Jedes Elternpaar muss für sich herausfinden, in welchem Maß es informiert werden will. Manche Eltern wünschen sich schonungslose Fakten, andere wollen lieber eine schonendere Darstellung. Die einen haben es gern pragmatisch, andere eher blumig umschrieben. Die einen bevorzugen echte Ratgeber, die Antworten auf konkrete Fragen geben, andere wollen Erfahrungsberichte von Müttern oder Eltern in ähnlichen Situationen lesen. Für sie alle gibt es die passenden Bücher.

Zur Vorbereitung: Bücher zur Schwangerschaft

Der Wunsch nach mehr Informationen beginnt bei den meisten Frauen schon in der Schwangerschaft. Was passiert mit dem Körper, wie entwickelt sich das Baby? Darf ich weiter Sport machen und muss ein Baby unbedingt im Krankenhaus geboren werden? Diese und viele andere Fragen beantworten zahlreiche Ratgeber rund um das Thema Schwangerschaft. Besonders informativ sind Bücher, die Woche für Woche die aktuellen Entwicklungen des Babys und der Mutter aufzeigen. Das Buch „Alles über meine Schwangerschaft Tag für Tag“ von Dr. Maggie Blott beschreibt ausführlich alles, was man zur Schwangerschaft wissen muss. Untermalt werden die schriftlichen Informationen von rund 1.000 Bildern und Grafiken sowie zahlreichen hilfreichen Tipps und Tricks. Der GU-Ratgeber „Das große Buch zur Schwangerschaft – Umfassender Rat für jede Woche“ von Prof. Dr. med. Franz Kainer und Annette Nolden begleitet die gesamte Schwangerschaft und dokumentiert Woche für Woche anstehende Termine und natürlich die Entwicklung des Babys. Einzigartige Bilder vom Baby im Mutterleib liefert der Bildband „Ein Kind entsteht“ von Lennart Nilsson. Konkrete Fragen beantwortet der Ratgeber „300 Fragen zur Schwangerschaft“, ebenfalls aus dem GU-Verlag. Hier finden Eltern schnelle Antworten auf drängende Fragen. Wer seine Schwangerschaft lieber von der humoristischen Seite angehen möchte und keine Lust auf bierernste Fakten hat, ist mit dem Baby-Ratgeber „Schwangerschaft und Geburt – das Buch zu Baby und Bauch“ von Katharina Mahrenholtz und Dawn Parisi gut beraten. Damit auch der Papa weiß, was auf ihn zukommt, kann er sich mit „Papa to go – Schnellkurs für werdende Väter“ vom Goldmann-Verlag auf die nahende Geburt vorbereiten.

Für den Ernstfall: Baby-Ratgeber für die ersten Monate

Ist das Kind auf der Welt, gehen die Fragen junger Eltern weiter. Ist mein Kind normal entwickelt? Ist es krank oder hat es einen Schub, wie wird es richtig gebadet und wann nimmt es wohl zum ersten Mal feste Nahrung zu sich? Es gibt zahlreiche allgemeine Baby-Ratgeber, aber auch solche, die sich auf bestimmte Themengebiete spezialisiert werden. Ein allgemeiner Ratgeber ist das Buch „Babyjahre“ von Remo H. Largo, das die ersten vier Lebensjahre des Kindes beschreibt. Dabei steht die individuelle Entwicklung im Vordergrund, ohne dass Richtig und Falsch unumstößlich definiert werden.

Baby in Badewanne mit Zahnbürste

Wie badet man ein Baby und wie oft wird es gewickelt? (Foto: © detailblick-foto / Dollar Photo Club)

Ein Klassiker unter den Baby-Ratgebern ist „Oje, ich wachse!“ aus dem Mosaik-Verlag. Davon ausgehend, dass Babys nicht konstant wachsen, sondern in Schüben, werden die wichtigsten Entwicklungsphasen aufgezeigt. Zusammen mit einer praktischen Grafik, wann welcher Schub Nachwuchs und Eltern den Schlaf raubt, wirkt dieses Buch ungemein beruhigend auf unerfahrene Eltern. Mit „Babypflege – alles, was Eltern wissen müssen“ aus dem Urban & Fischer Verlag erhalten Eltern praxistaugliche Tipps für alle Lebenslagen: Wie wird ein Kind getragen, wie badet man es, welche Position sind für Stillen und Füttern am bequemsten? „Das erste Kind – und alles ist anders“ aus dem Urania-Verlag gibt nicht nur praktische Tipps, sondern vermittelt Eltern vor allem das Gefühl, mit ihren Problemen nicht alleine dazustehen. Schlaflose Nächte, Gefühle der Überforderung und neue Anforderungen an die Partnerschaft – damit müssen sich fast alle Paare arrangieren, wenn sie Eltern werden. Unterstützt mit Fallbeispielen erhalten Eltern die beruhigende Gewissheit, dass auch andere Eltern schlechte Nächte erleben.

Für Frauen: Ratgeber zu Fragen, die vor allem Mütter betreffen

Neben den vielen allgemeinen Baby-Ratgebern gibt es auch viele Bücher, die sich auf spezielle Themengebiete spezialisiert haben. Vor allem das Stillen ist ein beliebtes Thema für Baby-Ratgeber und auch eins, zu dem junge Mütter viele Fragen haben. „Das Stillbuch“ von Hannah Lothrop ist zwar bereits über 30 Jahre alt, aber immer noch aktuell. Es soll Frauen zum Stillen ermutigen und gibt zahlreiche Tipps, wie das Stillen für Mutter und Kind zu einem erfüllenden Erlebnis werden kann, ohne dabei mögliche Schwierigkeiten zu verschweigen. Auch das Wochenbett wird in einigen wenigen Baby-Ratgebern thematisiert. Viele Fragen und Mythen ranken sich um diese ersten Wochen nach der Geburt. „Alles rund ums Wochenbett – Hebammenwissen für die ersten Monate nach der Geburt“ von Viresha Bloemeke beantwortet viele davon und bereitet umfassend auf diese Zeit vor.

Für Spezialisten: Antworten auf konkrete Fragen

Natürlich gibt es auch unzählige Baby-Ratgeber, die sich um babyspezifische Themen drehen. „Früh geboren – die Herausforderung annehmen!“ aus dem Urban & Fischer Verlag befasst sich mit den besonderen Anforderungen, die an Eltern von Frühchen gestellt werden. Die Zeit, die das Baby im Inkubator verbringen muss, medizinische Fachbegriffe, ein wochenlanger Kampf um Zunahme und Lungenfunktion – diese Herausforderung zu meistern, hilft der einfühlsame Baby-Ratgeber. Unterstützt durch

Vater wickelt sein Kind

Ratgeber für Väter bereiten umfassend auf die Vaterpflichten vor (Foto: © doble.d / Dollar Photo Club)

zahlreiche Fotos gibt er Eltern eine wertvolle Hilfestellung für die ersten Monate. Umstritten, aber dennoch erwähnenswert ist „Jedes Kind kann schlafen lernen“ von Annette Kast-Zahn und Dr. Hartmut Morgenroth. Es befasst sich mit Schlafproblemen und gibt Hilfestellungen, wie Babys besser in den Schlaf finden und zufriedener schlafen. Wer bei der Lektüre und der Umsetzung auf sein Bauchgefühl hört und die Bedürfnisse von Kind und Eltern dabei nicht außer Acht lässt, kann aus diesem Ratgeber wertvolle Informationen ziehen. Auch „Die Hebammensprechstunde“ von Ingeborg Stadelmann ist ein Klassiker unter den Baby-Ratgebern. Die Autorin schöpft aus jahrelanger Erfahrung als freiberufliche Hebamme und ist spezialisiert auf alternative Heilmethoden. In ihrem Buch erhalten Leserinnen und Leser Tipps, wie kleinere Leiden während Schwangerschaft und Stillzeit und in den ersten Monaten des Babys gelindert werden können. „Fit nach der Geburt“ aus dem Dorling Kindersley Verlag hilft Müttern, nach der Schwangerschaft wieder in Form zu kommen. Dabei steht nicht nur Rückbildungsgymnastik im Fokus der Autorin, die selbst Mutter und Fitnesstrainerin ist.

Für den Spaß zwischendurch: Ratgeber, die zum Lachen einladen

Wer Baby-Ratgeber eher zur Unterhaltung als zum Erkenntnisgewinn konsumiert, wird im Buchladen ebenfalls fündig. „Baby gelandet! Schreiber vs. Schneider“ von Sybil Schreiber und Steven Schneider zeigt Alltagssituationen aus verschiedenen Perspektiven. In kurzen Episoden schildern Vater und Mutter, wie sie eine Situation erlebt haben. Dabei kommen interessante Diskrepanzen zum Vorschein. Praktisch: Die Berichte sind kurz genug, um sie zwischendurch zu lesen. Mit „Das Baby: Inbetriebnahme, Wartung und Instandhaltung“ aus dem Sanssouci-Verlag erhalten Eltern eine praktische ‚Bedienungsanleitung‘ für den Nachwuchs, inklusive Konstruktionszeichnung und Hinweisen zu Wartungsintervallen. Für die technischen Erklärungen können sich nicht nur Väter begeistern. Natürlich gibt es auch zahlreiche Bücher, die sich explizit an frische Papas richten, die erst in ihre neue Rolle hineinwachsen müssen. „Wickelpedia: Alles, was man(n) übers Vater werden wissen muss“ von Constantin Gillies klärt auf, wie Väter ihren neuen Alltag zwischen vollen Windeln, Fußballfinale und schlaflosen Nächten organisiert bekommen, und zeigt, wie Männer sich auch mit Tragetuch und Wickeltasche noch als echte Kerle definieren können.

Mutter und Sohn am Strand

Viele Eltern wollen mit einem zweiten oder dritten Kind ihr Familienglück komplettieren. Doch oft verläuft die erste Schwangerschaft ganz anders als die zweite und vor allem Frauen machen sich Gedanken darüber, was dieses Mal anders wird. Auch die Sorge, wie der große Bruder oder die große Schwester den Nachwuchs verkraftet, spielt in der zweiten Schwangerschaft eine große Rolle. Wir verraten Ihnen, was anders ist, was schöner sein kann als beim ersten Mal und wie Sie Ihr Kind auf die Ankunft des Babys vorbereiten können.

Die Sorgen der ersten Schwangerschaft hinter sich lassen

Die erste Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit. Viele Paare, die sich bewusst für die Schwangerschaft entschieden haben, fiebern dem positiven Schwangerschaftstest entgegen. Andere werden von plötzlich auftretender Übelkeit oder spannenden Brüsten überrascht, die dann zu einem Test und der Gewissheit führen, dass ein Kind heranwächst. Vor allem Mütter erleben ein Wechselbad der Gefühle, bestehend aus Vorfreude, Ängsten und Sorgen. Neben der tollen Erfahrung, sein Kind zu spüren und das Wunder einer Schwangerschaft zu erleben, haben viele Frauen Angst vor einer Fehlgeburt oder einer möglichen Krankheit des Kindes. Hinzu kommt die Sorge, ob man sein Kind ausreichend lieben wird, ob das Geld reicht, ob die Beziehung zum Vater hält und ob man es schaffen wird, eine gute Mutter zu sein. Ist dies alles ausgestanden und die ersten Monate mit dem Baby sind geschafft, verspüren viele Paare den Wunsch nach einem zweiten Kind und damit nach einer zweiten Schwangerschaft.

Den richtigen Zeitpunkt bestimmen nur die Eltern

Den richtigen Zeitpunkt für das zweite Kind gibt es nicht. Manche Eltern wollen einen möglichst geringen Abstand zwischen ihren Kindern, damit diese eine besonders innige Beziehung zueinander aufbauen und einander adäquate Gesellschaft bieten können. Andere wollen lieber ein paar Jahre warten, bis das erste Kind aus dem Gröbsten raus ist. Sind die großen Geschwister schon älter, sind sie oft verständnisvoller und können besser eingebunden werden, indem sie helfen dürfen. Dabei besteht allerdings die Möglichkeit, dass die Beziehung nicht so intensiv wird, weil der Altersabstand zu groß ist. Auch bei Familienaktivitäten kann es zu Unstimmigkeiten kommen, wenn die Interessen der Kinder weit auseinanderliegen. Da dies jedoch auch andere Ursachen als den Altersunterschied haben kann, sollte dieses Argument keine allzu große Rolle spielen. Manchmal ist auch der Kinderwunsch schon abgeschlossen und plötzlich kommt mit einem neuen Partner wieder der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind auf. In solchen Fällen ist ein großer Altersunterschied meist vorprogrammiert. Andere Paare verlassen sich auf Stillen als Verhütungsmethode und werden bei einer Nachsorgeuntersuchung von einer erneuten Schwangerschaft überrascht. Im Idealfall sollte die Entscheidung über den richtigen Zeitpunkt für eine zweite Schwangerschaft individuell vom Paar getroffen werden. Auch die Frage, ob es überhaupt ein zweites Kind geben soll, muss ganz allein von den betroffenen Eltern beantwortet werden. Dabei ist es auch erlaubt, mit alten Vorsätzen zu brechen, immerhin beeinflusst die Frage nach einem Geschwisterkind das Leben von mindestens drei Personen sehr massiv.

Junge mit Baby

Mit einem großen Altersabstand kann der große Bruder den Eltern helfen (Foto: © famveldman / Dollar Photo Club)

Haben sich Eltern für eine zweite Schwangerschaft und damit für ein zweites Kind entschieden, machen viele die Erfahrung, dass es jetzt viel schneller geht mit dem Schwanger werden. Einen medizinischen Grund gibt es dafür nicht. Oft sind Paare aber gelassener, wenn es um das zweite Kind geht, und stellen damit die Weichen für eine schnelle Empfängnis. Ist die Schwangerschaft bestätigt, sind viele Eltern entspannter als in der ersten Schwangerschaft. Sie wissen, was auf sie zukommt und zusätzlich nimmt das erste Kind so viel Raum ein, dass die Mutter wenig Zeit hat, sich so intensiv mit der Schwangerschaft zu beschäftigen wie beim ersten Kind. Viele Mütter berichten, dass die zweite Schwangerschaft eher nebenbei verlief, während die erste noch das ganze Denken bestimmt hat. Da mindestens ein weiteres Kind die mütterliche Aufmerksamkeit fordert, kann sich die Mutter nicht auf die Schwangerschaft konzentrieren. Auch Ruhephasen sind meist nur eingeschränkt möglich. Hier ist es wichtig, dass der Vater sich einbringt, damit seine schwangere Frau auch mal eine Auszeit nehmen und sich entspannen kann.

Der Körper reagiert oft anders auf die zweite Schwangerschaft

Inwieweit die zweite Schwangerschaft sich körperlich von der ersten unterscheidet, kann niemand vorhersehen. Oft haben Mütter weniger mit Übelkeit zu kämpfen, wenn sie davon bereits in der ersten Schwangerschaft stark betroffen waren. Ein Garant ist es jedoch nicht. Vermutlich wird der Bauch früher zu sehen sein. Dies liegt daran, dass das Gewebe bereits vorgedehnt ist. Das Dehnen der Bänder im Beckenbereich kann schon früh und schmerzhaft zu spüren sein. Frauen, die unter Diabetes oder Krampfadern leiden mussten, müssen dies meist auch in der zweiten Schwangerschaft aushalten. Durch die Erfahrungen der ersten Schwangerschaft kommen die meisten Frauen damit aber deutlich besser zurecht als beim ersten Mal. Das Risiko einer Präeklampsie, also einer Schwangerschaftsvergiftung, liegt in der zweiten Schwangerschaft bei nur einem Prozent, wenn in der ersten Schwangerschaft keine aufgetreten ist. Um sich und vor allem sein Baby vor Risiken zu schützen, sollten auch in der zweiten Schwangerschaft alle notwendigen Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden. Gesunde Ernährung, ein ausgeglichener Lebenswandel, ein gesundes Maß an Bewegung und die rechtzeitige Einnahme von Folsäure minimieren die Risiken für Mutter und Kind und halten beide fit und gesund.

Die Schwangerschaft genießen und intensiv erleben

Da viele Frauen der zweiten Schwangerschaft weniger Beachtung schenken als der ersten und dies später bereuen, sollten sich die werdenden Mütter bewusst Zeit für sich und das heranwachsende Baby nehmen. Hierfür bietet sich zum Beispiel ein spezieller Kurs für Schwangere an. Dies kann ein Sportkurs sein wie Schwangerenyoga oder Wassergymnastik, aber auch ein Geburtsvorbereitungskurs für Mütter, die bereits Kinder haben, kann eine gute Erfahrung sein. Wer auf solche Kurse keine Lust hat oder wem die Zeit fehlt, kann sich eine bestimmte Zeit am Tag einräumen, die Mutter und Kind vorbehalten ist. In dieser Zeit kann sich die Mutter intensiv mit ihrem Bauch beschäftigen, in sich hineinhören und dies mit einer Bauchmassage oder einigen Sportübungen kombinieren.

Vorsorge kann auch die Hebamme durchführen

Natürlich haben Frauen auch in der zweiten Schwangerschaft Anspruch auf die Betreuung durch eine Hebamme. Weil sie in der ersten Schwangerschaft bereits viele Erfahrungen gesammelt haben, möchten viele Frauen die Frequenz ihrer Frauenarztbesuche reduzieren. Dies ist möglich, wenn eine Hebamme früh die Vorsorge übernimmt. Finden Vorsorgeuntersuchungen abwechselnd bei Arzt und Hebamme statt, reduzieren sich die Arztbesuche deutlich. Viele Hebammen verfügen über ein umfassendes technisches Equipment und sind auch in der Lage, einen Ultraschall oder ein CTG zu machen. Auch nach der Geburt steht die Hebamme wie beim ersten Kind zur Verfügung und hilft in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt mit dem Kind, wenn dies gewünscht wird.

Schwangere bei einer Untersuchung

Vorsorgeuntersuchungen können auch von einer Hebamme durchgeführt werden (Foto: © Kzenon / Dollar Photo Club)

Die zweite Geburt – oft schneller als die erste

Viele Gedanken drehen sich während der zweiten Schwangerschaft um die anstehende Geburt. Diese soll beim zweiten Kind schneller gehen und einfacher sein. Oft ist dies tatsächlich so, es muss aber nicht so sein. Trotzdem beruhigt es viele Mütter zu wissen, was auf sie zukommt. Vor allem wenn die erste Geburt komplikationslos war, sehen die meisten Frauen der zweiten Geburt gelassen entgegen. Doch selbst wenn es bei der ersten Geburt Probleme gab, kann die zweite Geburt ganz entspannt werden. Auch Mütter, die bereits einen Kaiserschnitt hatten, können im Normalfall beim zweiten Kind normal entbinden, wenn sie das wünschen.

Große Geschwister auf den Nachwuchs vorbereiten

Während der zweiten Schwangerschaft liegt den Eltern viel daran, das erste Kind bestmöglich auf die Ankunft des Geschwisterchens vorzubereiten. Dies geht am besten, wenn dem Älteren realistisch mitgeteilt wird, dass es einen Bruder oder eine Schwester bekommt und dass dieses Kind am Anfang viel Aufmerksamkeit benötigen wird. Mit der Aussicht auf einen tollen Spielkameraden wird die Vorfreude zwar vielleicht vergrößert, die Enttäuschung, dass sich das ersehnte Geschwisterchen aber zunächst als schreiendes Bündel entpuppt, wird aber dann umso größer sein. Dem ersten Kind hilft es zu wissen, dass es selbst auch einmal so ein kleines Baby war, das niedlich aussah und von allen umsorgt wurde. Bilder aus der ersten Schwangerschaft mit rundem Bauch können dem großen Kind zeigen, dass es die gleichen Voraussetzungen hatte wie der neue Bruder oder die neue Schwester. Auch die Einbindung des großen Kindes in verschiedene Aufgaben hilft, den Nachwuchs besser zu akzeptieren. Fühlen sich große Geschwister wichtig und gebraucht, verkraften sie es eher, auch mal zurückstecken zu müssen. Hilfreich ist es, bereits während der Schwangerschaft neue Bezugspersonen zu etablieren. So freut sich das große Kind, ganz exklusiv zur Oma zu dürfen, und fühlt sich nicht abgeschoben.