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Junge auf dem Fahrersitz eines Autos

Reboarder im Test – alle Infos und Modelle

Die Frage nach einem sicheren Kindersitz stellt sich zum ersten Mal, wenn es um den Transport von Mutter und Kind vom Krankenhaus nach Hause geht. Eine rückwärts gerichtete Babyschale ist in den ersten Monaten Pflicht, um den Nachwuchs sicher zu transportieren. Doch auch nach der Babyschale empfehlen Experten Reboarder. Tests zeigen, dass rückwärts gerichtete Kindersitze auch jenseits der 9-Kilo-Marke des Kindes noch die sicherste Transport-Variante sind.

Kindersitzpflicht bis zum Teenager-Alter

Seit 1993 herrscht die Kindersitzpflicht in Deutschland. Seitdem dürfen Kinder bis zu einer Größe von 150 cm oder 12 Jahren ausschließlich mit geeigneten Schutz- und Rückhaltevorrichtungen transportiert werden. Für Kinder bis 9 Kilogramm gilt laut Kindersitz-Gesetz zudem, dass sie ausschließlich rückwärtsgerichtet fahren dürfen. Babyschalen werden dem gerecht und sind in Deutschland selbstverständlich. Doch viele Eltern wollen ihr Kind so schnell wie möglich in Fahrtrichtung transportieren und steigen daher mit Erreichen der 9-Kilo-Marke auf einen vorwärts gerichteten Kindersitz im Auto um. Die meisten Kinder sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal ein Jahr alt. Für viele Kinder wird die Babyschale zudem schnell zu klein, auch hier erfolgt früh ein Umstieg auf die nächste Kindersitzklasse.

Reboarder berücksichtigen die Anatomie von Babys und Kleinkindern

Der Fachhandel rät meist zu vorwärts gerichteten Systemen, obwohl diese nachweislich unsicherer sind als Reboarder, in denen Kleinkinder bis etwa vier Jahre entgegen der Fahrtrichtung fahren können. Bei Babys und Kleinkindern ist der Kopf im Verhältnis zum Körper noch viel zu groß. Er macht etwa 25 Prozent des Körpergewichts aus, deutlich mehr als bei einem Erwachsenen. Zudem ist die Schulter- und Nackenmuskulatur noch nicht voll entwickelt, sodass diese doppelt belastet wird. Bei einem Unfall wirken enorme Kräfte auf den kleinen Körper eines Babys. Ein Crash mit 50 km/h entspricht in seiner Wucht etwa einem Sturz aus dem dritten Stock. Beim Aufprall wird der kleine Körper nach vorne geworfen und durch den Rückprall wieder in den Sitz gedrückt. Wirbelsäulenverletzungen bis hin zu Genick- und Schädelbrüchen können die Folge sein. Auch der Seitenaufprallschutz ist nicht optimal, wenn ein Kind vorwärts fährt. Bei Unfällen mit seitlichem Aufprall gibt es in der Regel zunächst einen Vorwärts-Schub. Wenn der seitliche Aufprall erfolgt, befindet sich das Kind außerhalb der Schutzzone des Kindersitzes. Reboarder-Tests zeigen, dass dies beim rückwärts gerichteten Fahren genau andersherum ist. Beim Frontalaufprall wird das Kind tief in den Sitz gedrückt. Kommen seitliche Kräfte hinzu, befindet sich das Kind tief in der Schutzzone seines Sitzes.

Baby in einem Kindersitz

Reboarder im Test zeigen: Rückwärts fahren ist sicherer (Foto: © detailblick-foto / Dollar Photo Club)

i-Size-Regelung soll das Autofahren sicherer machen

In Schweden sind Reboarder schon länger auch für Kinder jenseits der 9 Kilo Pflicht. Die Statistik gibt den Schweden Recht: In den letzten 10 Jahren ist kein Kind mehr bei einem Autounfall gestorben, das in einem Reboarder transportiert wurde. Auch in Deutschland findet seit einigen Jahren ein Umdenken statt. Seit 2013 ist die erste Stufe einer neuen Norm für Kindersitze in Kraft. Die sogenannte i-Size-Regelung umfasst vor allem fünf wesentliche Komponenten:

  • Die Nutzung von Isofix-Systemen soll gefördert werden, weil damit Einbau-Fehler vermieden werden.
    Reboarder sollen bis 15 Monate Pflicht werden.
  • Spezielle Seitenaufpralltests sollen die Sicherheit von Kindersitzen genauer prüfen.
  • Sitze sollen nicht mehr nur nach Gewicht, sondern auch nach Körpergröße ausgewählt werden, wodurch die Wahl des passenden Sitzes erleichtert wird.
  • Alle i-Size-fähigen Fahrzeuge sollen mit i-Size-Kindersitzen kompatibel sein.

Einen genauen Zeitplan für die Einführung der Änderungen gibt es jedoch noch nicht. Alte Kindersitze, die der Norm ECE R44 entsprechen, werden weiterhin zugelassen, sodass Eltern, die bereits einen Kindersitz gekauft haben, diesen weiter nutzen können.

Reboarder-Tests bewerten nicht nur die Sicherheit

Oft schneiden Reboarder in Tests weniger gut ab, als man dies annehmen würde. Die Ursache hierfür liegt vor allem darin, dass Reboarder unhandlicher sind als vorwärts gerichtete Kindersitze und schwieriger einzubauen. Da die Handhabung zu 50 Prozent in die Bewertung der Stiftung Warentest einfließt, führt dies zu schlechten Bewertungen, die die deutlich höhere Sicherheit außer Acht lassen. Neben der unhandlichen Bedienung sind Reboarder meist auch deutlich teurer als herkömmliche Kindersitze, was unter anderem an der geringen Nachfrage liegt.

Einfacher und sicherer Einbau dank Isofix

Viele Eltern sind unsicher, ob sie einen Kindersitz ordnungsgemäß einbauen können, und haben Sorge, die Sicherheit ihres Kindes durch den unsachgemäßen Einbau zu gefährden. Die Statistik zeigt, dass die meisten Verletzungen bei Unfällen mit Kindersitz aus einer fehlerhaften Befestigung resultieren. Isofix bietet hier Abhilfe. Dabei handelt es sich um ein fest im Auto verbautes System, in das der Kindersitz eingeklickt wird. Hierdurch sind Einbaufehler nahezu unmöglich und der Kindersitz ist durch die starre Verankerung mit der Karosserie besonders sicher. Handelt es sich beim Isofix-System um eine Universalzulassung, muss der Sitz mit einer zusätzlichen Haltevorrichtung arretiert werden. Diese ist entweder ein oberer oder unterer Haltegurt, alternativ ein Stützfuß. Vor allem bei Reboardern kommen solche Stützfüße zum Einsatz. Hierbei ist zu prüfen, ob sich Stauräume im Bodenbereich unter dem Sitz befinden. Ist dies der Fall, bieten einige Autohersteller spezielle Füllungen für den Stauraum, um diesen sicher zu machen. Manche Hersteller schließen jedoch den Einsatz eines Stützfußes auf einem Stauraum aus.

Reboarder unterscheiden nach Gewicht und Größe des Kindes

Vorwärts gerichtete Kindersitze werden nach Gewichtsklassen unterteilt. Bei Reboardern wird auch die Körpergröße hinzugezogen, um den idealen Sitz zu finden. Dabei spielt auch die Maximallast des Isofix-Systems eine Rolle. Diese liegt laut Norm bei 33 Kilo für Sitze mit eigenem Gurtsystem. Entscheidend ist hier das gemeinsame Gewicht von Kind und Kindersitz. Wiegt also der Kindersitz 12 Kilo, darf ein Kind bis 21 Kilo auf einem Sitz mit Isofix-Befestigung transportiert werden. Auch Sitze nach der i-Size-Regelung haben daher Gewichtsobergrenzen, auch wenn diese theoretisch nicht relevant sind. Können Sitze entweder per Isofix oder über den Autogurt befestigt werden, können sie auch eine höhere Gewichtszulassung haben.

Junge mit Kindersitz im Auto

Ein Kindersitz in Fahrtrichtung ist erst ab etwa 4 Jahren empfehlenswert (Foto: © photophonie / Dollar Photo Club)

Auto und Kindersitz müssen zueinander passen

Um den richtigen Reboarder zu finden, empfiehlt sich ein Ausflug zum Fachhändler. Im Idealfall können dort die Sitze im eigenen Auto getestet werden, um zu überprüfen, ob das Wunschmodel auch wirklich auf die Rückbank passt. Da Reboarder oft größer sind als andere Kindersitze, kann dies nämlich bei kleinen Autos problematisch werden. Vor allem wenn die Isofix-Basis sich nur an den äußeren Sitzen befindet, kann dies für den Beifahrer eng werden. Daher muss vorher unbedingt überprüft werden, wie gut Sitz und Auto zusammenpassen. Gleiches gilt natürlich auch für das Kind und den Kindersitz. Im Auto verbringen manche Kinder viel Zeit, ideal ist also ein Sitz, der nicht nur sicher, sondern auch bequem ist. Ein Reboarder-Test vor Ort ist also die beste Möglichkeit, den optimalen Sitz zu ermitteln. Weiterer Vorteil: Der Verkäufer kann beim Einbau helfen, wodurch Fehler bei der Befestigung vermieden werden.

Hohe Sitze bieten viel Überblick

Viele Eltern meinen, dass ihre Kinder sich in einem sicheren Reboarder nicht wohlfühlen würden. In Babyschalen werden ältere Kinder oft unruhig, weil sie nicht genug sehen können. Dies ist bei Reboardern meist nicht der Fall. Durch den hohen Aufbau der Sitze können Kinder bequem über die Rückbank oder aus dem Fenster schauen, wo sie genug von der Welt außerhalb des Autos sehen können. Um den Eltern das Rückwärtsfahren ihres Kindes zu erleichtern, helfen Spiegel, die an der Rückbank befestigt werden. Mit deren Hilfe können Eltern ihre Kinder auch während der Fahrt beobachten.

Beliebte Modelle bei Reboardern

Die sicheren Kindersitze gibt es von verschiedenen Herstellern. Beliebt und sicher ist der Cybex Sirona. Besonders komfortabel in der Handhabung ist dieser Sitz für Kinder bis 18 Kilo, weil er sich zum Ein- und Aussteigen Richtung Tür drehen lässt. Gleiches bietet der Britax Römer Dualfix, der sich um 360 Grad drehen lässt. Ein Überrollbügel verhindert, dass der Sitz in Richtung Lehne kippt. Maxi Cosi bietet mit dem 2wayPearl ebenfalls einen Sitz, der sich gegen die Fahrtrichtung montieren lässt. Praktisch hierbei: Die Isofix-Basis der Babyschale kann weiterhin genutzt werden. Dies spart Kosten bei der Anschaffung des Folgesitzes. Die meisten Reboarder können auch vorwärtsgerichtet eingebaut werden, auch wenn sich dadurch die Sicherheit deutlich reduziert. Ein reiner Reboarder ist der BeSafe iZi Kid X3, der ebenfalls einen Überrollbügel hat. Die Sitzneigung lässt sich einfach verstellen und durch den hohen Sockel hat das transportierte Kind einen guten Überblick. Obwohl dieser Sitz ab Geburt zugelassen ist, eignet er sich aufgrund des Neigungswinkels erst für Kinder, die bereits sitzen können.

Baby in einem Tragetuch

Welche Babytrage ist die richtige?

Bei den Vorbereitungen auf die Ankunft des Nachwuchses stehen viele Eltern vor der Frage: Tragen oder schieben? Das Tragen ist seit Jahrhunderten verbreitet und erlebt zurzeit eine Renaissance, während Kinderwagen aus dem Alltag schon lange nicht mehr wegzudenken sind. Doch was ist besser für Mutter, Vater und Kind? Welche Babytrage ist die beste? Wir haben für Sie eine Übersicht über die Vor- und Nachteile beider Varianten zusammengestellt.

Menschen sind biologisch Traglinge

Sowohl das Tragen des Kindes als auch der Transport im Kinderwagen haben verschiedene Vorteile, aber auch Nachteile. Betrachtet man die Evolution des Menschen und seine physischen Voraussetzungen, sind Babys eigentlich Traglinge. Sie verfügen über Klammer- und Greifreflexe, wie sie auch bei Affenbabys zu finden sind. Zudem nehmen sie beim Hochheben aus der Rückenlage eine typische Anhock-Spreizstellung der Beine ein, die beim Tragen von Vorteil ist, weil sie einen engeren Kontakt zwischen Tragendem und Getragenem zulässt. Obwohl Babys nicht in der Lage sind, sich eigenständig an ihrer Mutter festzuhalten, gelten sie unter Biologen als aktive Traglinge. Tragen und getragen werden liegt also in der menschlichen Natur. Bis zum 19. Jahrhundert war das Tragen auch bei uns noch gang und gäbe. Erst später wurden Tragetücher nach und nach vom Kinderwagen verdrängt. In den letzten Jahren jedoch erlebt das Tragen einen neuen Aufwind und wird in allen Bevölkerungsschichten immer mehr akzeptiert.

Vor- und Nachteile von Kinderwagen

Kinderwagen gibt es heute in vielen verschiedenen Ausführungen. Sie alle sollen den sicheren Transport des Babys gewährleisten. Kauft man einen Kombiwagen, kann man diesen nicht nur im Babyalter nutzen, sondern durch seine Umbaumöglichkeiten bis ins Kleinkindalter. Im Kinderwagen kann das Kind problemlos während der Fahrt einschlafen und bequem bleiben, bis es wieder aufwacht. In größeren Menschenmengen ist der Kinderwagen zwar sperriger, dafür ist das Baby besser gegen Stöße geschützt. Vor allem Kinder mit einem hohen Bewegungsdrang liegen gern im Kinderwagen, weil sie sich dort gut und frei bewegen können. Der Kinderwagen kann außerdem auf ausgedehnten Spaziergängen problemlos genutzt werden, ohne dass er eine körperliche Belastung darstellt. Auch als Einkaufshilfe ist ein Kinderwagen nicht zu unterschätzen: Mit Gepäcknetz und Einkaufskorb ist viel Platz für den Einkauf, ohne dass viel getragen werden muss. Wie Sie sich für den besten Kinderwagen entscheiden und worauf Sie beim Kauf achten müssen, erfahren Sie hier: http://magazin.babykarten-paradies.de/den-passenden-kinderwagen-finden.

Vorteile des Tragens für das Kind

Bei der Frage, welche Babytrage am besten ist, müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Doch zunächst müssen sich Eltern überlegen, ob sie überhaupt tragen wollen. Für das Baby bietet das Tragen einige Vorteile, doch auch Mutter und Vater profitieren davon. Ein Neugeborenes hat in den neun Monaten im Mutterleib eine enge Bindung zu seiner Mutter aufgebaut. Bei der Geburt verlässt es die Geborgenheit seiner Mutter und deren körperlichen Schutz. Die meisten Babys lassen sich gern tragen, weil ihnen die enge körperliche Nähe zu Mutter oder Vater Sicherheit bietet, außerdem sind sie zufriedener. Dies bestätigen Studien, nach denen getragene Kinder weniger häufig weinen als ungetragene. Bei Verdauungsproblemen, unter denen viele Babys vor allem in den ersten Wochen leiden, sind Bewegung und Wärme hilfreich, um diese zu lindern. Das Tragen verbessert die Darmtätigkeit und hilft, Bauchschmerzen zu vertreiben. In einem Tragetuch kann das Baby seine Körpertemperatur gut regulieren. Das hilft auch bei Fieber oder im Sommer, wenn es sehr warm ist.

Vor- und Nachteile des Tragens für die Eltern

Für die Eltern hat das Tragen vor allem den Vorteil, dass sie die Hände frei haben. Müssen sie keinen Kinderwagen schieben, können sie sich mit einem Geschwisterkind beschäftigen, Fenster putzen oder andere Tätigkeiten erledigen. Die Freiheit der Hände verbessert sich noch einmal, wenn Kinder auf dem Rücken getragen werden. Generell ist die Mobilität mit einem Tragetuch besser im Vergleich zu einem Kinderwagen. Enge Gehwege, Busse und Bahnen – mit Kind vor dem Bauch oder auf dem Rücken kommt man besser durch das Gedränge. Dafür ist das Kind im Kinderwagen oft besser geschützt, vor allem im Vergleich zum Tragen auf dem Rücken. Die Rumpfmuskulatur der Eltern wird durch das Tragen gestärkt und die gute Haltung gefördert. Auch Schwangerschaftskilos können schneller verschwinden, wenn das Kind regelmäßig getragen wird.

Vater mit Kind in Tragetuch

Vor- und Nachteile von Tragetüchern (Foto: © easycare / Fotolia)

Weniger geeignet kann das Tragen für Eltern sein, die unter Rückenproblemen leiden. Ob Tragen für sie geeignet ist, sollte mit einem Arzt und einer Trageberaterin abgesprochen werden. Nachteilig ist, dass das Gewicht des Kindes stetig zunimmt und damit das Tragen immer schwerer wird. Auf der anderen Seite ist durch permanentes Training die Gewichtssteigerung nicht so gravierend zu spüren. Wie kompliziert die Handhabung eines Tragetuchs oder eine Tragehilfe ist, entscheidet sich danach, welche Babytrage gewählt wird. Vor allem die Wickeltechniken des Tragetuchs können vor allem am Anfang sehr verwirrend sein.

Welche Babytrage ist die beste?

Verschiedene Tragehilfen haben sich auf dem Markt bewährt. Welche Babytrage die beste ist, entscheiden nicht nur elterliche Vorlieben. Vor allem müssen die Tragehilfen die Anhock-Spreizhaltung unterstützen, weil sich nur so die Hüften optimal entwickeln können und Hüftdysplasie vorgebeugt wird. Getragen werden kann vor dem Bauch, auf dem Rücken oder auf der Hüfte. Das Tragen vor dem Bauch bietet sich vor allem für die ersten Monate an, wenn das Baby noch nicht so schwer ist. Später ist das Tragen auf dem Rücken schonender für den Körper, zudem fällt es den meisten Eltern leichter, den Blickkontakt zum Kind aufzugeben, wenn dieses schon etwas älter ist. Auf der Hüfte können Babys in jedem Alter getragen werden, allerdings belastet diese Position nur eine Schulter und kann daher zu Problemen führen.
Neben Tragetüchern gibt es verschiedene Tragehilfen, die sich in Aufbau und Komfort unterscheiden. Es gibt Tragehilfen, die komplett gebunden werden, Halfbuckle-Tragen, bei denen meist der Hüftgurt mit einer Schnalle geschlossen wird, oder Fullbuckle-Tragen, die sowohl an den Hüft- als auch Schultergurten Schnallen haben. Auch beim Material gibt es Unterschiede. Am besten geeignet sind Tragen aus Tragetuchstoff, da dieser atmungsaktiv ist und damit ein optimales Klima erlaubt. Komplett gebundene Tragen passen sich Eltern und Kind am besten an. Der Rücken des Kindes muss rund sein und die Beine müssen mindestens einen 90-Grad-Winkel zur Hüfte aufweisen, wobei die Trage die Oberschenkel bis zu den Knien aufnehmen sollte. Damit Tragen ab dem Säuglingsalter geeignet sind, muss der Steg zwischen den Beinen verstellbar sein. Dies ist beispielsweise bei der Manduca nicht gegeben. Auch das Tragen in Kombination mit dem Neugeboreneneinsatz dieses Modells ist nicht ideal.

Gesundes Tragen von Anfang an

Besser geeignet sind Tragen, die sich an traditionellen Mei-Tais orientieren. Ein meist rechteckiges Tuchstück nimmt das Kind auf, an den Hüften und über die Schultern des Tragenden verlaufen Träger, die die Babytrage stabilisieren und das Kind sichern. Vor allem sollte darauf geachtet werden, dass die Tragen über verstellbare Stege verfügen und dadurch Rücken und Hüfte optimal unterstützen. Die beliebte Manduca-Trage eignet sich ab etwa 6 Monaten und ist vor allem für größere Babys gut und praktisch nutzbar. Viele Eltern nutzen in den ersten Monaten ein Tragetuch und steigen erst danach auf eine Babytrage um oder kombinieren von Anfang an beides. Ungeeignet sind Tragen, die bei der Hüft- und Rückenposition der menschlichen Physiologie widersprechen. Obgleich theoretisch mit allen Tragehilfen das Kind auch nach vorne gerichtet getragen werden kann, ist dies als Trageposition nicht geeignet. Der Rücken wird in eine Rundung in die falsche Richtung gedrückt und auch die Hüfte befindet sich in einer Position, die sowohl ungesund als auch unbequem ist. Um herauszufinden, welche Babytragen es gibt, welche am besten zu Ihnen passt und wie Tragetücher und Tragen genutzt werden können, empfiehlt sich eine Trageberatung von einer ausgebildeten Trageberaterin. Oft helfen bei den ersten Wickelschritten mit dem Tragetuch auch Hebammen weiter.

Richtig ist, was für Eltern und Baby am besten passt

Kinderwagen oder Tragen, beide Methoden haben Vor- und Nachteile. In der Praxis bewährt sich oft eine Kombination aus beiden Varianten. So besitzen viele Eltern sowohl einen Kinderwagen als auch ein Tragetuch oder eine Tragehilfe. Unabhängig davon, welche Babytrage oder welcher Kinderwagen gewählt wird, muss berücksichtigt werden, wie es dem Kind damit geht. Manch ein Kind fühlt sich im Kinderwagen permanent unwohl, ein anderes im Tragetuch zu eingeengt. Nur wenn alle Beteiligten sich mit der Wahl des Transportmittels wohl fühlen, werden Spaziergänge, Ausflüge oder Einkäufe ein entspanntes Erlebnis.

Familie mit Kinderwagen

Den passenden Kinderwagen finden

Kreidezeichnung - Auto oder Kinderwagen?

Der passende Kinderwagen – fast so aufregend wie der Autokauf! Bild: monropic – Dollar Photo Club

Eine der größten Anschaffungen bevor der Nachwuchs auf die Welt kommt, ist der Kinderwagen. Oft wird er schon während der Schwangerschaft gekauft. In ihm liegt das Baby geborgen und sicher und kann während ausgedehnter Spazierfahrten ungefährdet die frische Luft genießen. Das Angebot an Kinderwagen ist riesig und oft unübersichtlich. Wir verraten Ihnen, worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Sonderausstattung für den Kinderwagen oder Papas Domäne!

Für ihr Baby wollen Eltern nur das Beste. Das gilt auch beim Kauf des Kinderwagens. Wird dieser als Kombiwagen angeschafft, kann er für die ersten zwei bis drei Lebensjahre des Kindes ein treuer Begleiter sein. Er soll sicher sein, bequem, gut gefedert und natürlich frei von Schadstoffen. War früher vor allem Zweckmäßigkeit das ausschlaggebende Kriterium für den Kauf eines Kinderwagens, kann heute die Auswahl des passenden Gefährts in etwa so wissenschaftlich betrieben werden wie die Entscheidung für ein neues Auto. In puncto Ausstattung gibt es durchaus Übereinstimmungen. Gefederte Achsen, LED-Lichter, integrierte MP3-Player oder Halterungen für den Kaffeebecher sind nur einige der luxuriösen Details, mit denen Kinderwagenhersteller heute junge Eltern in ihren Bann ziehen. Vor allem werdende Väter können sich bei der Auswahl des passenden Kinderwagens voll ausleben. Diese sind nicht nur „cool“, sondern teilweise auch sinnvoll. So kann Musik fürs Baby viele positive Wirkungen haben!

Bequem, sicher, zweckmäßig – darauf kommt es an!

Doch bei allen Extras sollten vor allem die Basics stimmen: Liegt das Kind bequem? Ist der Wagen groß genug? Bietet er auch nach der Liegezeit ausreichend Möglichkeiten für den sicheren Transport? Passt die Höhe des Griffs zur Größe der Eltern und kann der Wagen leicht verstaut werden, um auch ins Auto zu passen? Und vor allem: Ist der Wagen schadstofffrei und sicher? Ein Kinderwagen-Vergleich lohnt. Da der Kinderwagen lange genutzt wird, sollte noch mehr als bei anderen Babyartikeln darauf geachtet werden, dass er alle Kriterien der werdenden Eltern erfüllt.

Die Karosserie – Geländewagen oder Stadtflitzer?

Zunächst sollte geklärt werden, ob ein Kombi-Kinderwagen oder ein reiner Liegewagen gewünscht wird. Die meisten aktuellen Modelle sind Kombiwagen, die nach der ersten Babyzeit auch als sogenannte Sportwagen und anschließend als Buggy genutzt werden können. Als Nächstes muss überlegt werden, wo der Kinderwagen hauptsächlich genutzt wird. Für gut befestigte Stadtwege sind kleine, wendige Wagen mit schwenkbaren Vorderrädern die richtige Wahl. Führen die Spazierrouten auch mal über schwieriges, unbefestigtes Gelände, sind große, feststehende Reifen die bessere Alternative. Luftgefüllte Reifen bieten eine gute Federung, laufen aber Gefahr, schneller kaputtzugehen. Sogenannte Jogger sind eine dreirädrige Variante, die vorne nur über ein Rad verfügt, allerdings gibt es diese nicht als Liegewagen für die ersten Monate, sondern allenfalls als Sportwagen mit Liegefunktion.

Technische Maße – Größe und Gewicht

Kinderwagen in einer Reihe

Welcher Kinderwagen ist der beste? Die Auswahl ist riesig! Bild: JS-LE-PHOTOGRAPHY – Dollar Photo Club

Wer viel mit dem Auto unterwegs ist oder auch mal mit Bus und Bahn fahren möchte, sollte unbedingt das Packmaß und die Größe des Wagens berücksichtigen. Denn der schönste Kinderwagen nützt nichts, wenn er nicht in den Kofferraum passt und daher meist zuhause bleiben muss. Ebenfalls ein nützliches Detail für Eltern, die häufig mit dem Auto unterwegs sind: Kann die Babyschale auf dem Kinderwagen befestigt werden? Dies erleichtert beispielsweise das Einkaufen. Dabei sollten Eltern allerdings beachten, dass die Liegeposition der Babyschale nicht gut ist für den empfindlichen Babyrücken und Babys dort so wenig wie möglich drin liegen sollten. Dennoch kann ein Wagen mit Babyschalentransportfunktion hilfreich sein, wenn der Parkplatz weit von der Wohnung entfernt ist oder das schlafende Baby schnell mit in den Supermarkt genommen werden soll.

Komfort im Innenraum – liegt das Baby bequem?

Immer wieder testet die Stiftung Warentest Kinderwagen. Dabei standen Praxistauglichkeit, die Größe, die Stabilität und viele andere Kriterien im kritischen Blick der Tester. Vor allem bei der Größe der Tragetasche gab es immer wieder Beanstandungen. In vielen Wagen ist diese Tasche so klein, dass Kinder sie schon nach wenigen Monaten nicht mehr nutzen können – oft lange bevor sie groß genug sind, auf eine alternative Transportform umzusteigen. Bei einigen Sportwagenvarianten lässt sich die Liegefläche nicht in eine komplett waagerechte Position bringen. Da Babys aber solange flach liegen sollten, bis sie sich selbst aufrichten können, ist dies ein Minuspunkt beim Kinderwagen-Vergleich. Um den Wagen lange nutzen zu können, sind auch verstellbare Fußstützen ein Kriterium, das die Langlebigkeit des Wagens gewährleistet.

Die Sicherheit – auch beim Kinderwagen das A und O

Neben dem Komfort fürs Baby sollte auch die Sicherheit eine wichtige Rolle spielen. So testete auch Ökotest Kinderwagen und kam dabei zu dem Schluss, dass die meisten Kinderwagen starke Mängel aufweisen, was Schadstoffe angeht. In fast allen getesteten Modellen fanden sich Weichmacher oder krebserregende Stoffe in teils besorgniserregenden Mengen. Da viele der Schadstoffe sich mit der Zeit raus waschen oder verfliegen, kann ein gebrauchter Kinderwagen nicht nur eine sichere, sondern auch eine günstige Alternative zum Neuwagenkauf sein. Weitere sicherheitsrelevante Kriterien für den Kinderwagen-Vergleich:

• Vorhandene TÜV-Plakette und ein GS-Siegel
• Anschnallmöglichkeiten fürs Kind
• Funktionierende Bremsen
• Reflektoren
• Sicherer Stand, wenig Kippmöglichkeiten
• Sicherer, fest arretierbarer Klappmechanismus

Die Sonderausstattung – Luxus für die Eltern

Junges Pärchen mit Kinderwagen

Der Kinderwagen-Vergleich hilft bei der Auswahl des perfekten Gefährts. Bild: Syda Productions – Dollar Photo Club

Bei allem Luxus fürs Kind muss aber auch der Schiebekomfort berücksichtigt werden. Bei den meisten Kinderwagen lässt sich der Schiebegriff mit wenigen Handgriffen in der Höhe verstellen. Vor allem besonders große Eltern sollten vorab testen, ob der Wagen eine bequeme Schiebehöhe besitzt. Natürlich spielen auch Schiebeverhalten, Leichtgängigkeit und Gewicht eine große Rolle. Vor allem wenn der Wagen oft getragen werden muss – beispielsweise in die Wohnung, in den Keller oder auch in den Kofferraum – sollte er nicht zu schwer sein. Damit auch lange Spaziergänge kein Problem werden, sollte der Wagen sich gut schieben lassen. Um den sich ändernden Bedürfnissen von Babys und Kleinkindern gerecht zu werden, ist die Möglichkeit zur Änderung der Blickrichtung ein mögliches Kriterium für oder gegen eine Kinderwagen-Empfehlung. Bei einigen Wagen lässt sich das komplette Sitzelement entfernen und umdrehen, andere Wagen verfügen über einen Schwenkgriff, mit dem die Fahrtrichtung des Kindes mit nur einem Griff geändert werden kann.

Kinderwagen – Die Checkliste

Eine Kinderwagen-Empfehlung ist nicht leicht, da jedes Elternpaar andere Ansprüche an die künftige Familienkutsche hat. Für welchen Kinderwagen Eltern sich letztlich entscheiden, ist immer von individuellen Vorlieben abhängig. Welcher Kinderwagen ist der beste? Um die Entscheidung zu erleichtern, haben wir eine Checkliste für den Kauf des Kinderwagens zusammengestellt:

• Kombiwagen, Erstlingswagen oder Sportwagen? Welcher Wagentyp soll es sein?
• Wer schiebt? Passt die Höhe des Griffs zur Größe der Eltern/Großeltern?
• Wie sind die Räder? Wald- und Wiesentauglich oder eher Großstadtsprinter?
• Hat der Wagen einen Schwenkgriff, um die Blickrichtung des Kindes zu ändern?
• Wie klein lässt sich der Wagen falten? Damit die Mini-Kutsche in die Familienkutsche passt
• Wie schwer ist das Gefährt?
Ist der Wagen sehr groß? Kann in engen Bussen viel ausmachen!
• Wie lange kann der Wagen genutzt werden?
• Hat der Wagen Stauraum? Dann eignet er sich beim Einkauf als Transporthilfe!
• Wie stabil ist der Wagen? Bekommt man gut Ersatzteile und lässt sich der Wagen gut verkaufen?
• Wie ist der Preis?
• Gibt es den Wagen auch gebraucht?

Die Entscheidung – Probefahren und zuschlagen!

Bevor der Kinderwagen gekauft wird, empfiehlt sich ein Praxistest. Kinderwagen gibt es in spezialisierten Babymärkten in großer Auswahl zur Besichtigung. Dort können interessierte Eltern nach Herzenslust schieben, klappen, manövrieren und testen. Da Kinderwagen eine teure Anschaffung sind, sollte beim Kauf alles stimmen und der Wagen unbedingt vorher Probe gefahren werden. Ist dies geschehen und die Entscheidung gefallen, können Eltern nach einem günstigen Angebot oder einem passenden Gebrauchtwagen Ausschau halten. Da Kinderwagen meist aufgrund des hohen Preises und der kurzen Nutzungsdauer pfleglich behandelt werden, lässt sich mit einem guten gebrauchten Wagen oft ein Schnäppchen machen. Zudem ist hier die Gefahr durch Schadstoffe deutlich reduziert.