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Schwangerschaftstest mit Ultraschallbild

Eine Schwangerschaft ist eine einzigartige Erfahrung. Der Körper verändert sich, die Hormone spielen verrückt und auch die Vorlieben und Abneigungen können sich plötzlich grundlegend verändern. Hier stellen wir eine nützliche Schwangerschaftsübersicht vor. Denn mit dem positiven Schwangerschaftstest verändert sich die Zukunft eines Paares von einem Augenblick auf den anderen. Doch was passiert eigentlich genau in der Schwangerschaft und worauf sollte eine schwangere Frau besonders achten?

Geburtstermin berechnen – wann ist es soweit?

Rein rechnerisch beginnt die Schwangerschaft bereits vor der Befruchtung. Da bei den meisten Frauen der Eisprung nicht genau eingegrenzt werden kann, wird – um den Geburtstermin berechnen zu können – der erste Tag der letzten Menstruation als Tag eins der Schwangerschaft angenommen. Entgegen der allgemeinen Annahme dauert eine Schwangerschaft also nicht neun, sondern zehn Monate oder 40 Wochen. Wird der Geburtstermin berechnet, handelt es sich immer um einen ungefähren Wert. Im Laufe der Schwangerschaft wird der Termin oft noch einmal anhand der Entwicklung des Babys im Mutterleib korrigiert. Für Mütter, die genau wissen wollen, welche Entwicklungsschritte ihr Baby gerade durchmacht, gibt es verschiedene Apps wie „meine Schwangerschaft heute“, die genau zeigt, wie das Baby sich aktuell entwickelt.

Schwangerschaftswochen im Überblick: Der erste Monat

  • Nach dem Eisprung findet die Befruchtung statt
  • Das befruchtete Ei wandert in die Gebärmutter
  • Das Ei nistet sich ein
  • Die Anlagen für die Plazenta und die kindlichen Organe entwickeln sich
  • Die Mutter spürt oft erste unspezifische Anzeichen, manchmal wird auch das Einnisten von einem stechenden Schmerz begleitet
  • Folsäure sollte unbedingt eingenommen werden, um das Risiko von Fehlbildungen zu reduzieren

Schwangerschaftswochen im Überblick: Der zweite Monat

  • Aus dem kugeligen Embryo formt sich langsam ein menschliches Wesen
  • Plazenta, Nabelschnur und Fruchtblase entstehen
  • Schwangerschaftstests zeigen zuverlässig die Schwangerschaft an
  • Der erste Besuch beim Frauenarzt steht an, bei dem die Schwangerschaft im Ultraschall bestätigt wird
  • Übelkeit und Müdigkeit können zum ständigen Begleiter für die nächsten Wochen werden
  • Zigaretten und Alkohol sollten spätestens ab Bekanntwerden der Schwangerschaft tabu sein, um die gesunde Entwicklung des Embryos nicht zu beeinträchtigen

Was ändert sich in der Schwangerschaft?

Darstellung der Kindesentwicklung während der Schwangerschaft

Der Schwangerschaftsverlauf – so entwickelt sich Ihr Baby (Foto: © ngaga / Fotolia)

Die ersten drei Monate einer Schwangerschaft gelten als sensibler Zeitraum. In diesem ersten Trimester ist die Gefahr einer Fehlgeburt besonders hoch. Viele Frauen behalten die frohe Kunde über ihre Schwangerschaft solange für sich, bis diese ersten Wochen überstanden sind. Manchmal ist dies gar nicht so einfach, denn der Körper der Frau stellt sich komplett auf die Schwangerschaft ein. Oft geht dies mit Müdigkeit, körperlicher Erschöpfung und Übelkeit einher.

Auch körperlich machen sich erste Veränderungen bemerkbar. Manches davon ist vor einem aufmerksamen Umfeld nur schwer zu verbergen. Auch ein plötzlicher Verzicht auf Alkohol und Zigaretten lässt Freunde und Familie oft ahnen, dass sich Nachwuchs ankündigt.

 

Schwangerschaftswochen im Überblick: Der dritte Monat

  • Die Anlage aller wichtigen Organe ist abgeschlossen
  • Die Plazenta arbeitet und übernimmt die Versorgung des Babys
  • Im Ultraschall ist der Herzschlag sichtbar
  • Eine Nackenfaltenmessung zur Früherkennung von Trisomien kann ab der 11. Woche durchgeführt werden
  • Die Schwangerschaftsbeschwerden klingen bei den meisten Frauen langsam ab
  • Das Risiko einer Fehlgeburt reduziert sich kontinuierlich

Schwangerschaftswochen im Überblick: Der vierte Monat

  • Das zweite Trimester beginnt. Viele Mütter können nun ihre Schwangerschaft voll genießen –ohne die Beschwerden der ersten Wochen
  • Organe und Skelett entwickeln sich weiter
  • Saug- und Greifreflexe sind bereits ausgebildet
  • Die vorgeburtliche Diagnostik kann bis ca. zur 13. SSW durchgeführt werden
  • Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um noch einmal in den Urlaub zu fahren

Den Arbeitgeber über die Schwangerschaft informieren

Wann der Arbeitgeber über die Schwangerschaft informiert werden sollte, hängt vor allem vom Beruf ab, den die Mutter ausübt. In vielen Berufen besteht keinerlei Risiko für die Mutter, während sie ihrer Arbeit nachgeht. In manchen Berufen jedoch lauern Gefahren, die das Wohl des Kindes gefährden könnten. Hier sollten werdende Mütter den Arbeitgeber so schnell wie möglich über die Schwangerschaft informieren, damit entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen werden können. Ist es nicht möglich, der Schwangeren einen gefahrlosen Arbeitsplatz zuzuweisen, kann sie ein Beschäftigungsverbot bekommen.

Diese Arbeiten sind für Schwangere tabu:

  • Es wird mit gesundheitsschädlichen Substanzen gearbeitet (z. B. Labore)
  • Es müssen schwere Lasten von Hand bewegt werden (z. B. Baugewerbe)
  • Arbeitsplätze mit gesteigertem Arbeitstempo (z. B. Fließband)
  • Arbeitsplätze auf Beförderungsmitteln (z. B. Busfahrerinnen)
  • Nachtarbeit zwischen 20 und 6 Uhr (teils längere Fristen in der Gastronomie)

Individuelle Beschäftigungsverbote bei:

  • Arbeiten in der Gastronomie, wenn dort geraucht werden darf
  • Arbeit mit Kindern aufgrund des erhöhten Risikos von Infektionskrankheiten
  • Gefährdung von Mutter und Kind durch gesundheitliche, schwangerschaftsbedingte Probleme
Schwangere mit Ihrem Mann

Genießen Sie als Paar die Zeit der Schwangerschaft (Foto: © W. Heiber Fotostudio / Dollar Photo Club)

Schwangerschaftswochen im Überblick: Der fünfte Monat

  • Der Bauch wird nun sichtbar und wölbt sich merklich nach vorn
  • Die meisten Frauen spüren die ersten Bewegungen ihres Babys
  • Erste Übungswehen können auftreten
  • Die zweite große Vorsorgeuntersuchung steht an
  • Babys Organe nehmen ihre Arbeit auf

Schwangerschaftswochen im Überblick: Der sechste Monat

  • Die Sinne des Babys entwickeln sich weiter
  • Die Lungenreife schreitet voran
  • Das Baby entwickelt einen Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Die Bewegungen werden kräftiger und intensiver
  • Manche Frauen leiden unter der Gewichtszunahme und dem Wachstum des Fötus
  • Sport kann helfen, geschmeidig zu bleiben und Beschwerden zu lindern
  • Magnesiummangel kann sich bemerkbar machen
  • Schwangere sollten sich entscheiden, wo sie entbinden wollen. Auch eine Hebamme sollten sie spätestens jetzt anfangen zu suchen

Richtige Ernährung in der Schwangerschaft

Viele schwangere Frauen verspüren ab dem zweiten Trimester Gelüste auf abenteuerliche Lebensmittelkombinationen. Grundsätzlich kann man dazu sagen: Wem’s schmeckt, Gewürzgurken mit Nutella zu essen, dem sei dieses Vergnügen gegönnt. Grundsätzlich sollten Schwangere auf eine gesunde Ernährung achten. Speisen mit rohen Eiern oder rohem Fleisch und Fisch sollten in der Schwangerschaft vermieden werden, um Lebensmittelvergiftungen zu vermeiden. Besonders Listerien und Salmonellen sind hier gefährlich. Der Koffeinkonsum sollte eingeschränkt werden. Etwa zwei Tassen Kaffee oder schwarzer Tee am Tag sind aber unbedenklich. Dass Schwangere für Zwei essen sollten, ist leider nur ein Gerücht. Im sechsten Monat beträgt der Mehrbedarf nur etwa 500 Kalorien.

Schwangere bereit Salat zu

Die richtige Ernährung ist gut für Mutter und Kind (Foto: © contrastwerkstatt / Dollar Photo Club)

Schwangerschaftswochen im Überblick: Der siebte Monat

  • Ein wichtiger Zeitpunkt für das Baby: Käme es jetzt auf die Welt, hätte es bereits gute Überlebenschancen
  • Das Baby reagiert auf Geräusche, Licht und Bewegungen
  • Wassereinlagerungen können der Mutter zu schaffen machen
  • Die vergrößerte Gebärmutter kann auf die Organe der Mutter drücken und zu Beschwerden führen
  • Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, mit dem Geburtsvorbereitungskurs zu beginnen

Schwangerschaftswochen im Überblick: Der achte Monat

  • Die organische Entwicklung ist weitgehend abgeschlossen
  • Das Baby wächst und nimmt an Gewicht zu
  • Viele Babys rutschen jetzt in die Geburtsposition
  • Das dritte große Ultraschallscreening steht an
  • Für die Mutter wird es langsam beschwerlich, weil ihr Bauch bereits ausgeprägt gewachsen ist und sie einiges zugenommen hat
  • Nachtaktive Babys rauben ihren Müttern oft den Schlaf
  • Das Mutterschaftsgeld muss beantragt werden

Kurz vor der Geburt: Das muss noch erledigt werden

Einige Wochen vor der Geburt sollte die Kliniktasche gepackt werden. Wenn es losgeht, muss sie nur noch gegriffen und mit ins Krankenhaus genommen werden. Aufgeregte Väter vergessen beim Packen sonst schnell etwas. Die Anträge für Kinder- und Elterngeld sollten bereits weitgehend ausgefüllt werden, damit diese nach der Geburt schnell versendet werden können. Das Mutterschaftsgeld muss etwa sieben Wochen vor der Geburt bei der Krankenkasse beantragt werden. Sind Sie nicht verheiratet, sollte das gemeinsame Sorgerecht rechtzeitig beantragt werden. Möchte der Vater ab der Geburt in Elternzeit gehen, muss er dies spätestens sieben Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beantragt haben. Wer gut vorbereitet sein will, kann bereits vor der Geburt eine Geburtskarte oder –anzeige entwerfen, die nach der Geburt nur noch um ein Bild und die Daten ergänzt werden muss. So können sich die frischen Eltern nach der Geburt ganz auf ihr Baby konzentrieren.

Schwangerschaftswochen im Überblick: Der neunte Monat

  • Der Mutterschutz beginnt
  • Die Lungenreife des Kindes ist vollständig abgeschlossen
  • Durch Senkwehen wird das Baby in die Geburtsposition gebracht
  • Ab dem Ende des neunten Monats sind die meisten Babys geburtsbereit und in der richtigen Position
  • Die Milchproduktion beginnt

Schwangerschaftswochen im Überblick: Der zehnte Monat

  • Ab der 36. SSW gelten Babys nicht mehr als Frühchen – einer geplanten Geburt im Geburtshaus steht nichts mehr im Weg
  • Viele Frauen erleben einen intensiven Nestbautrieb
  • Letzte Vorbereitungen sollten getroffen werden
  • Innerhalb von 14 Tagen vor oder nach dem Termin wird voraussichtlich das Kind auf die Welt kommen
  • Die Geburt beginnt mit schmerzhaften Wehen, deren Intensität sich oft steigert und deren Abstände kürzer werden
  • Geht die Geburt nicht von alleine los und die Versorgung des Babys ist nicht mehr sichergestellt, kann die Geburt eingeleitet werden

Babykarten-Paradies – Das Magazin wünscht allen Müttern und Vätern eine wunderschöne Schwangerschaft!

Schlafendes Kind

Kaum ein Thema beschäftigt junge Eltern mehr als der Schlaf ihres Kindes. Schläft es durch oder muss es nachts stündlich gestillt oder gefüttert werden? Macht es gern die Nacht zum Tag oder schläft es problemlos ein? Und wo ist der beste Schlafplatz für das Baby? Manche Babys schlafen vom ersten Tag an im eigenen Bett, andere die ersten Monate oder sogar Jahre im Familienbett an der Seite von Mama und Papa. Wir beleuchten die Vor- und Nachteile verschiedener Schlafmodelle.

Manchen Eltern sind ihr Nachtschlaf und ihr gemeinsames Bett heilig, andere wollen möglichst Tag und Nacht ihr Baby um sich haben. Betrachtet man sich die historische Entwicklung, ist das getrennte Schlafen von Eltern und Kindern eher ein neuzeitliches Phänomen. Schon früh in der Menschheitsgeschichte war es üblich, dass die Familie gemeinsam in einem Raum oder sogar in einem Bett schlief. Die Gründe dafür waren nicht immer dieselben:

  • Gemeinsam schlafen war sicherer – drangen wilde Tiere in eine Höhle ein, konnten Kinder nur überleben, wenn sie durch die Gemeinschaft auch nachts geschützt waren.
  • Gemeinsam schlafen war günstiger – es wurde weniger Platz benötigt, es musste weniger geheizt werden.
  • Es gab keinen Raum für getrennte Schlafplätze – Wohnraum war oft Mangelware und teuer. Daher mussten alle Familienmitglieder zusammenrücken.

Heute sind diese Gründe in westlichen Industrienationen weitgehend überholt. Erst etwa seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts wurde es zunehmend üblicher, Kinder in eigenen Zimmern schlafen zu lassen.

Familienbett – die große Schlaffläche für die ganze Familie

Seit einiger Zeit gewinnt das Familienbett wieder an Bedeutung. Familien entscheiden sich bewusst dafür, den Nachwuchs bei sich im Bett schlafen zu lassen. Entweder mit einer zeitlichen Begrenzung oder solange, bis das Kind von sich aus entscheidet, nun alleine schlafen zu wollen. Gegner des Familienbetts befürchten eine Verweichlichung der Kinder und sorgen sich um die Sicherheit beim sogenannten Co-Sleeping. Doch solche Bedenken sind unbegründet. Weder das Familienbett noch das Schlafen im eigenen Zimmer birgt ernsthafte Gefahren für Leib und Seele eines Kindes.

Vor- und Nachteile des Familienbetts auf einen Blick:

Pro Contra
Stillen funktioniert unkomplizierter, da Mama nicht aufstehen muss Kinder und Eltern können sich gegenseitig im Schlaf stören
Viele Kinder schlafen besser, weil sie sich sicher und geborgen fühlen Familienbett benötigt mehr Platz, eventuell muss umgebaut werden
Unbewusst nehmen Mütter Atmung und Temperatur des Kindes wahr, so reduziert sich das Risiko eines plötzlichen Kindstods Rutscht das Baby unter die Decke, kann es überhitzen
Kinder im Familienbett werden oft länger gestillt, auch das reduziert das SIDS-Risiko Risiko, aus dem Bett zu fallen, wenn das Kind mobil wird
Schlafen ist oft auch in fremden Umgebungen unproblematisch, solange die Eltern da sind Das elterliche Liebesleben leidet oft unter dem Baby im Bett
Nächtliche Wachphasen bei Mutter und Kind sind meist sehr kurz Nicht geeignet für Raucher: Das SIDS-Risiko steigt deutlich mit einem Raucher im Bett
Auch Väter können ihren Babys sehr nah sein Kinder lassen sich später manchmal nur schwer vom eigenen Bett überzeugen

 

Besonders praktisch ist das Familienbett, wenn die Mutter ihr Baby noch stillt. Denn schläft das Baby im eigenen Bett oder sogar im eigenen Zimmer und muss nachts noch gestillt werden, ist dies für die Mutter ein ziemlicher Aufwand. Bequemer ist es, sich auf die Seite zu drehen, das Kind andocken zu lassen und weiterzuschlafen. Die Angst, dass man sich nachts aus Versehen auf sein Kind legen könnte, ist unbegründet. Dies setzt allerdings voraus, dass beide Eltern bei klarem Verstand sind. Alkohol und starke Medikamente sind tabu, weil sie die Schutzinstinkte herabsetzen können. Auch Raucher müssen draußen bleiben: Durch die von ihnen ausgeatmeten Schadstoffe ist das Risiko des plötzlichen Kindstods im Familienbett deutlich erhöht. Für Babys ist das Familienbett meist eine sehr positive Erfahrung. Gewöhnt an intensive Nähe möchten Babys auch nachts Geborgenheit und Liebe spüren können. Dies geht im Familienbett ohne Probleme. Oft haben Kinder weniger Probleme beim Einschlafen und keine Angst im Dunkeln. Dafür müssen allerdings die Eltern Abstriche hinnehmen. Nur wenn beide Eltern voll hinter dem Konzept stehen, kann es klappen.

Mutter und Vater mit Kindern im Bett

Das Familienbett birgt einige Vorteile für die Eltern und fürs Baby (Foto: © Monkey Business / Dollar Photo Club)

Familienbett – das wird benötigt

Ein Familienbett braucht mehr Platz als separate Betten für Eltern und Kind. Das Familienbett sollte mindestens 1,60 m breit sein, besser mehr. Idealerweise hat es nur eine Matratze, damit niemand in der Lücke zwischen den Matratzen schlafen muss. Als Erweiterung kann auch ein Gitterbett in der gleichen Höhe an eine Seite des Betts gestellt werden. Entfernt man eine Seitenwand, hat das Baby seinen eigenen Balkon direkt am elterlichen Bett. Eine Alternative zum großen Bett ist ein Matratzenlager auf dem Fußboden. Wer ein Familienbett bauen will, kann entweder einen Rahmen um die Matratzen zimmern oder ein Podest errichten. Auch ein Rausfallschutz ist eine gute Sache, spätestens wenn die Kinder mobil werden. Ist das Familienbett groß genug, ist neben dem Babyschlaf auch der Schlaf der Eltern gewährleistet.

Familienbettmodelle im Überblick:

  • Ein großes Bett, mindestens 1,60 m breit mit einer Matratze
  • Ein großes Bett mit seitlich angestelltem und an dieser Seite offenem Babybett
  • Matratzen auf dem Boden, entweder in einem Rahmen oder lose
  • Seitliche Gitter schützen gegen das Rausfallen
  • Kissen auf dem Boden mindern eventuelle Stürze ab

Mehr individueller Raum – das Baby im eigenen Bett

Doch nicht alle Eltern können oder wollen ihr Bett mit ihrem Baby teilen. Für sie gibt es verschiedene Möglichkeiten. Als Kompromiss zwischen eigenem und Familienbett kann ein sogenannter Babybay neben das Elternbett gestellt werden. Dieser ist an der Seite offen, so hat die Mutter schnellen Zugriff auf das Baby, dieses hat aber trotzdem seinen eigenen Bereich. Auch das Babybett oder der Stubenwagen im elterlichen Schlafzimmer ist eine Möglichkeit, das Baby in den ersten Monaten unterzubringen. Eltern können schnell reagieren, wenn das Baby wach wird oder etwas braucht, müssen sich aber trotzdem im eigenen Bett nicht einschränken. Eine weitere Option ist es, das Baby im eigenen Zimmer schlafen zu lassen. Hier kann es ungestört und unabhängig vom elterlichen Schlafrhythmus schlafen. Unruhiger Schlaf oder hustende Eltern beeinträchtigen es nicht.

Die Vor- und Nachteile eines eigenen Betts:

Pro Contra
Die Eltern haben ihr Bett für sich, das Liebesleben leidet eventuell weniger Nächtliches Stillen/Füttern ist aufwendiger
Eltern und Baby stören sich weniger gegenseitig Babys schlafen manchmal unruhiger, weil sie die Nähe der Eltern vermissen
Das Ausquartieren aus dem Elternschlafzimmer ist unkompliziert möglich Möglicherweise höheres SIDS-Risiko, wenn das Kind keine elterlichen Atemgeräusche hört
Das eigene Bett ist verletzungssicher, keine zusätzliche Sicherung notwendig Manche Mütter werden häufiger nachts wach, weil sie nach dem Baby schauen wollen
Weniger Platzbedarf als das Familienbett, flexiblere Raumneugestaltung möglich

Natürlich müssen Eltern sich nicht strikt für ein Modell entscheiden. Auch ein Kind, das von Anfang an im eigenen Bett schläft, wird sicherlich manche Nacht bei den Eltern im Bett verbringen. Vor allem wenn Zähne durchbrechen oder eine Krankheit dem Kind zu schaffen macht, braucht es mehr Nähe als üblich.

Baby mit Kuscheltier im Kinderbett

Im jeweils eigenen Bett können Eltern und Baby ungestört schlafen (Foto: © doble.d / Dollar Photo Club)

Dann nehmen viele Eltern ihr Baby entweder mit ins Bett oder machen es sich im Kinderzimmer bequem. Ein gemütlicher Sessel, eine Matratze oder ein Schlafsofa neben dem Babybett können in solchen Nächsten Gold wert sein. Auch eine gute Nacht Geschichte kann wunder wirken.

Entscheidend ist, was sich individuell richtig anfühlt

Nicht alle Babys ticken gleich. Die einen scheinen zu verzweifeln, wenn sie nicht rund um die Uhr in Mamas Nähe sein können, andere verlangen weinend, wieder ins eigene Bett zu dürfen, wenn sie von den Eltern während eines Fieberschubs ins elterliche Bett geholt wurden. Jede Familie muss für sich den Weg finden, mit dem sie am besten leben kann. Richtig oder falsch gibt es dabei nicht. Wichtig ist, dass der Weg für alle bequem und gangbar ist. Denn nur wenn die Eltern hinter der Entscheidung für ihr Schlafmodell stehen, kann sich diese Sicherheit auf das Kind übertragen. Einfacher wird es für Eltern, wenn sie ihre Entscheidungen hauptsächlich für den Moment treffen. Wer beispielsweise auf das Familienbett verzichtet, weil er Sorge hat, das Kind später nicht ins eigene Bett ausquartieren zu können, wird später immer wieder mit seiner Entscheidung hadern. Einfacher ist es, sich über die Dinge erst dann zu sorgen, wenn es wirklich nötig ist. So bekommen sowohl Eltern als auch Babys das, was für eine zufriedene Familie nötig ist: Ausreichend erholsamen Schlaf.

Füße von Mutter, Vater und Kind unter einer Bettdecke

Die Mutter kümmert sich um Haushalt und Kinder, der Vater bringt das Geld nach Hause? Was lange Zeit als Ideal unserer Gesellschaft galt, gerät zunehmend ins Wanken. Doppelverdiener-Haushalte, gleichberechtigte Aufgabenverteilung und immer mehr Väter, die Elternzeit nehmen, um intensiv Zeit für ihre Kinder zu haben, beschreiben mehr und mehr den Alltag deutscher Familien. Doch ist das wirklich so oder sind es immer noch vor allem Mütter, die für den Nachwuchs zu Hause bleiben? Das Babykarten-Magazin schaut zurück und betrachtet die Elternzeit im Wandel der Jahrzehnte.

Elterngeld Plus soll Anreize schaffen, beide Eltern stärker einzubinden

Obwohl der Gesetzgeber in Deutschland bemüht ist, die Vereinbarkeit von Kind und Beruf voranzubringen und auch Väter stärker in die Kindererziehung einzubinden, sieht die Realität oftmals kaum anders aus als noch vor 20 oder 30 Jahren. Zwar nehmen immer mehr Väter Elternzeit, die meisten von ihnen beschränken sich jedoch auf die 2 Mindestmonate. Im letzten Quartal des Jahres 2013 nahm nur etwa ein Drittel der frischgebackenen Väter Elternzeit. Fast 80 Prozent dieser Väter beschränkten sich auf die 2 Mindestmonate. Den größten Anteil an der Kindererziehung haben also auch heute noch die Mütter. Da Frauen statistisch weniger verdienen als Männer, kann in einem Doppelverdiener-Haushalt auf das Einkommen der Mutter leichter verzichtet werden. Abhilfe soll hier das neue Elterngeld Plus schaffen, das Eltern ermöglicht, während der Elternzeit ohne Abzüge arbeiten zu gehen. Dies soll zum einen die Vereinbarkeit von Kind und Karriere weiter fördern und zum anderen auch für Männer einen Anreiz darstellen, sich stärker in der Familie einzubringen.

Elterngeld oder Elterngeld Plus? Welche Variante lohnt sich für mich?­­­

Mit dem Elterngeld Plus, das alle Eltern beantragen können, deren Kind nach dem 1. Juli 2015 geboren wurde, wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärker gefördert. Elterngeld Plus wird doppelt so lange gezahlt wie Elterngeld, sodass Eltern auch nach dem 14. Lebensmonat des Kindes noch eine finanzielle Unterstützung haben. Aus einem Elterngeld-Monat werden 2 Elterngeld-Plus-Monate. Arbeiten beide Elternteile mindestens 4 Monate am Stück 25 bis 30 Stunden in der Woche, erhöht sich der Anspruch auf 28 Monate. Dabei haben Eltern die Wahl, ob sie sich für das herkömmliche Elterngeld oder das Elterngeld Plus entscheiden. Tatsächlich können sogar beide Varianten miteinander kombiniert werden. Da die meisten Mütter nicht direkt im Anschluss an den Mutterschutz wieder arbeiten wollen, bietet sich für die erste Zeit das herkömmliche Elterngeld an. Es entspricht 65 bis 100 Prozent vom vorherigen Einkommen und wird in einer maximalen Höhe von 1800 Euro ausgezahlt. Je geringer der Verdienst vor der Geburt war, umso niedriger ist die Differenz von Einkommen zu Elterngeld. Der Mindestbetrag liegt bei 300 Euro und wird auch den Frauen gezahlt, die vor der Geburt kein Einkommen hatten.

Elterngeld kann mit Elterngeld Plus kombiniert werden

Entscheidet sich eine Mutter, nach der Geburt 6 Monate komplett zu Hause zu bleiben, verbraucht sie 6 von 12 Monaten Elternzeit. Möchte sie anschließend 25 Stunden pro Woche wieder in ihren Beruf zurückkehren, kann sie ihre verbleibenden Elterngeld-Monate als Elterngeld-Plus-Monate verwenden. Sie erhält dann ohne Abzüge den Betrag, der ihr an normalem Elterngeld zustünde, aufgeteilt auf 12 statt 6 Monate. Entscheidet sie sich für die restlichen 6 Monate für das normale Elterngeld, wird ihr Einkommen angerechnet. Bleibt ein Elternteil für 12 Monate zu Hause, um anschließend wieder Vollzeit in den Beruf zurückzukehren, lohnt sich das Elterngeld Plus nicht. Hier ist es praktischer, sich für das herkömmliche Elterngeld zu entscheiden.

Kind und telefonierende Mutter

Mit Elterngeld Plus wird die Rückkehr ins Berufsleben gefördert (Foto: © Igor Mojzes / Dollar Photo Club)

Elterngeld-Antrag: Das wird benötigt

Das Elterngeld wird bei der zuständigen Elterngeldstelle beantragt. Obwohl es sich um eine Bundesleistung handelt, sind die Anträge nicht einheitlich, sondern von Bundesland zu Bundesland verschieden. Es empfiehlt sich also, vorher den passenden Antrag zu besorgen. Diesen findet man im Internet.

Checkliste für den Elterngeld-Antrag:

  • Der vollständig ausgefüllte Elterngeldantrag
  • Eine Original-Geburtsurkunde des Kindes
  • Einkommensnachweise für die letzten 12 Monate vor der Geburt bzw. vor dem Mutterschutz
  • Wird Mutterschutzgeld bezogen ein Nachweis über dessen Höhe
  • Nachweis über Arbeitgeberzuschuss während des Mutterschutzes
  • Nachweis über Lohnersatzleistungen wie ALG I
  • Bei Selbstständigen der letzte Steuerbescheid

Das Elterngeld kann rückwirkend ausgezahlt werden, allerdings nur für 3 Monate. Entscheidend ist hierfür der Eingang bei der zuständigen Behörde. Um im allgemeinen Stress nach der Geburt den Antrag nicht zu vergessen, empfiehlt es sich, diesen bereits vor der Geburt auszufüllen und alle notwendigen Unterlagen zusammenzutragen. Nach der Geburt muss dann nur noch die Geburtsurkunde hinzugefügt werden, sodass der Antrag schnell gestellt werden kann.

Elternzeit betrifft nur Eltern in festen Arbeitsverhältnissen

Die Elternzeit ist unabhängig vom Elterngeld und nur für Väter und Mütter relevant, die sich vor der Geburt in einem festen Arbeitsverhältnis befunden haben. Generell haben Eltern einen Anspruch darauf, bis zum 3. Lebensjahr des Kindes Elternzeit zu nehmen, wenn sie dieses Kind sowohl selbst erziehen als auch selbst betreuen. Bis zu 24 Monate Elternzeit können auch zwischen dem 3. Und 8. Lebensjahr des Kindes genommen werden. Mütter müssen ihre Elternzeit beim Arbeitgeber spätestens 7 Wochen vor dem Beginn der Elternzeit beantragen. Da sie nach der Geburt einen achtwöchigen Mutterschutz genießen und die Elternzeit erst im Anschluss daran beginnt, muss die Elternzeit also spätestens in der Woche nach der Geburt des Kindes beantragt werden. Möchte der Vater direkt ab der Geburt des Kindes in Elternzeit gehen, gelten für ihn ebenfalls 7 Wochen Frist. Entscheidend ist hierbei das errechnete Geburtsdatum des Kindes.

Der Antrag sollte enthalten:

  • Briefkopf mit Absender
  • Die exakten Daten für Beginn und Ende der Elternzeit
  • Auf Wunsch die Bitte nach Empfangsbestätigung

Festlegung auf Elternzeit ist verbindlich

Da Eltern einen Rechtsanspruch auf Elternzeit haben, können Arbeitgeber diese nicht ablehnen. Allerdings müssen sie nachträglichen Änderungen der Elternzeit für die ersten 2 Jahre nicht zustimmen. Wer also ein Jahr Elternzeit beantragt, in diesem Zeitraum aber entscheidet, lieber 2 Jahre zu Hause zu bleiben, ist auf den Kooperationswillen seines Arbeitgebers angewiesen. Soll nach dem zweiten Jahr auch das dritte Lebensjahr Elternzeit genommen werden, muss dies spätestens 13 Wochen vor dem Ablauf des zweiten Elternzeitjahres beantragt werden. Auch der Wunsch nach einer Teilzeitbeschäftigung von bis zu 30 Stunden pro Woche im zweiten Elternzeitjahr muss vorher mit dem Arbeitgeber vereinbart werden. Der Anspruch auf Elternzeit besteht für jedes Kind. Befinden sich Eltern noch in der Elternzeit von Kind 1, wenn Kind 2 geboren wird, kann die Elternzeit für Kind 1 unterbrochen und an die Elternzeit von Kind 2 angehängt werden. Während der gesamten Elternzeit besteht ein Kündigungsschutz. Ist die Elternzeit zu Ende, wird ihr Arbeitsverhältnis an der Stelle fortgesetzt, wo es beendet wurde. Umfang und Art der Arbeit bleiben also gleich. Allerdings besteht kein Rechtsanspruch auf den alten Arbeitsplatz. Dem Arbeitgeber steht es frei, einen Arbeitnehmer auf eine andere Position im Unternehmen zu versetzen, die der gleichen Vergütungs- und Qualifikationsstufe entspricht.

Seit wann gibt es die Elternzeit?

Die Elternzeit wird immer wieder aktuellen Bedürfnissen angepasst. Erst seit 1979 gibt es so etwas wie Elternzeit in Deutschland. Diese war zunächst auf Mütter beschränkt und bedeutete 6 Monate Kündigungsschutz bei Arbeitsplatzgarantie. Dieser Mutterschaftsurlaub erlaubte Frauen den einfachen Wiedereinstieg in das Berufsleben. Doch auch immer mehr Männer wünschten sich eine Möglichkeit, sich stärker ins Familienleben einzubringen. Als 1986 der Mutterschaftsurlaub vom Erziehungsurlaub abgelöst wurde, konnten erstmals auch Väter für 10 Monate im Beruf pausieren, um zu Hause beim Nachwuchs zu bleiben. Seit 1992 kann der Erziehungsurlaub für 3 Jahre in Anspruch genommen werden. Als finanzielle Entlastung gab es das einkommensunabhängige Erziehungsgeld in Höhe von 600 DM. Seit Ende der 80er werden 3 Monate Erziehungszeit von der Rentenversicherung anerkannt. Als Grundlage für die Rentenanwartschaft gilt in dieser Zeit das bundesdeutsche Durchschnittseinkommen. Mit der Umbenennung des Erziehungsurlaubs in Elternzeit im Jahr 2001 sollte die Qualität der elterlichen Leistung bei der Betreuung von Kleinkindern stärker betont werden. Damit erziehenden Eltern die Rückkehr ins Arbeitsleben erleichtert wird, wurde zunächst der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder von 3 bis 6 Jahren eingeführt, später auch der Rechtsanspruch für Kinder ab einem Jahr. Seit 2007 erhalten Eltern ein einkommensabhängiges Elterngeld für 12 Monate, wenn nur ein Elternteil die Elternzeit in Anspruch nimmt. Beteiligt sich das zweite Elternteil mit mindestens 2 Monaten, wird der Gesamtanspruch auf 14 Monate erhöht. Wenig lukrativ ist dieses Modell für Eltern, die bereits früh wieder in den Beruf einsteigen wollen. Beim normalen Elterngeld wird Einkommen, das im ersten Lebensjahr des Kindes erzielt wird, voll auf das Elterngeld angerechnet. Wesentliche Verbesserungen bietet in diesem Fall das Elterngeld Plus, das für Kinder gilt, die nach dem 1. Juli 2015 geboren wurden. Es bietet Eltern die Möglichkeit, im Bezugszeitraum ohne Abzüge in Teilzeit zu arbeiten. So wird der Wiedereinstieg in den Beruf erleichtert.

Die Entwicklung der Elternzeit in der BRD:

1952 Freistellung von Müttern sechs Wochen vor und nach der Geburt
1968 Ausweitung der Schutzfrist nach der Geburt auf acht Wochen
1979 Mutterschaftsurlaub sechs Monate nach der Geburt mit Kündigungsschutz
1986 Erziehungszeit von 10 Monaten erstmals auch für Väter vorgesehen
1992 Ausweitung des Erziehungsurlaubs auf bis zu drei Jahre
1992 Erziehungsgeld in Höhe von 600 DM
1998 Gemeinsames Sorgerecht für verheiratete Paare wird Standard
2001 Aus Erziehungsurlaub wird Elternzeit
2007 Einkommensabhängiges Elterngeld
2007 Elternzeit verlängert sich auf 14 Monate, wenn der Vater 2 Monate nimmt
2015 Elterngeld Plus verbessert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Mutter und Sohn am Strand

Viele Eltern wollen mit einem zweiten oder dritten Kind ihr Familienglück komplettieren. Doch oft verläuft die erste Schwangerschaft ganz anders als die zweite und vor allem Frauen machen sich Gedanken darüber, was dieses Mal anders wird. Auch die Sorge, wie der große Bruder oder die große Schwester den Nachwuchs verkraftet, spielt in der zweiten Schwangerschaft eine große Rolle. Wir verraten Ihnen, was anders ist, was schöner sein kann als beim ersten Mal und wie Sie Ihr Kind auf die Ankunft des Babys vorbereiten können.

Die Sorgen der ersten Schwangerschaft hinter sich lassen

Die erste Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit. Viele Paare, die sich bewusst für die Schwangerschaft entschieden haben, fiebern dem positiven Schwangerschaftstest entgegen. Andere werden von plötzlich auftretender Übelkeit oder spannenden Brüsten überrascht, die dann zu einem Test und der Gewissheit führen, dass ein Kind heranwächst. Vor allem Mütter erleben ein Wechselbad der Gefühle, bestehend aus Vorfreude, Ängsten und Sorgen. Neben der tollen Erfahrung, sein Kind zu spüren und das Wunder einer Schwangerschaft zu erleben, haben viele Frauen Angst vor einer Fehlgeburt oder einer möglichen Krankheit des Kindes. Hinzu kommt die Sorge, ob man sein Kind ausreichend lieben wird, ob das Geld reicht, ob die Beziehung zum Vater hält und ob man es schaffen wird, eine gute Mutter zu sein. Ist dies alles ausgestanden und die ersten Monate mit dem Baby sind geschafft, verspüren viele Paare den Wunsch nach einem zweiten Kind und damit nach einer zweiten Schwangerschaft.

Den richtigen Zeitpunkt bestimmen nur die Eltern

Den richtigen Zeitpunkt für das zweite Kind gibt es nicht. Manche Eltern wollen einen möglichst geringen Abstand zwischen ihren Kindern, damit diese eine besonders innige Beziehung zueinander aufbauen und einander adäquate Gesellschaft bieten können. Andere wollen lieber ein paar Jahre warten, bis das erste Kind aus dem Gröbsten raus ist. Sind die großen Geschwister schon älter, sind sie oft verständnisvoller und können besser eingebunden werden, indem sie helfen dürfen. Dabei besteht allerdings die Möglichkeit, dass die Beziehung nicht so intensiv wird, weil der Altersabstand zu groß ist. Auch bei Familienaktivitäten kann es zu Unstimmigkeiten kommen, wenn die Interessen der Kinder weit auseinanderliegen. Da dies jedoch auch andere Ursachen als den Altersunterschied haben kann, sollte dieses Argument keine allzu große Rolle spielen. Manchmal ist auch der Kinderwunsch schon abgeschlossen und plötzlich kommt mit einem neuen Partner wieder der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind auf. In solchen Fällen ist ein großer Altersunterschied meist vorprogrammiert. Andere Paare verlassen sich auf Stillen als Verhütungsmethode und werden bei einer Nachsorgeuntersuchung von einer erneuten Schwangerschaft überrascht. Im Idealfall sollte die Entscheidung über den richtigen Zeitpunkt für eine zweite Schwangerschaft individuell vom Paar getroffen werden. Auch die Frage, ob es überhaupt ein zweites Kind geben soll, muss ganz allein von den betroffenen Eltern beantwortet werden. Dabei ist es auch erlaubt, mit alten Vorsätzen zu brechen, immerhin beeinflusst die Frage nach einem Geschwisterkind das Leben von mindestens drei Personen sehr massiv.

Junge mit Baby

Mit einem großen Altersabstand kann der große Bruder den Eltern helfen (Foto: © famveldman / Dollar Photo Club)

Haben sich Eltern für eine zweite Schwangerschaft und damit für ein zweites Kind entschieden, machen viele die Erfahrung, dass es jetzt viel schneller geht mit dem Schwanger werden. Einen medizinischen Grund gibt es dafür nicht. Oft sind Paare aber gelassener, wenn es um das zweite Kind geht, und stellen damit die Weichen für eine schnelle Empfängnis. Ist die Schwangerschaft bestätigt, sind viele Eltern entspannter als in der ersten Schwangerschaft. Sie wissen, was auf sie zukommt und zusätzlich nimmt das erste Kind so viel Raum ein, dass die Mutter wenig Zeit hat, sich so intensiv mit der Schwangerschaft zu beschäftigen wie beim ersten Kind. Viele Mütter berichten, dass die zweite Schwangerschaft eher nebenbei verlief, während die erste noch das ganze Denken bestimmt hat. Da mindestens ein weiteres Kind die mütterliche Aufmerksamkeit fordert, kann sich die Mutter nicht auf die Schwangerschaft konzentrieren. Auch Ruhephasen sind meist nur eingeschränkt möglich. Hier ist es wichtig, dass der Vater sich einbringt, damit seine schwangere Frau auch mal eine Auszeit nehmen und sich entspannen kann.

Der Körper reagiert oft anders auf die zweite Schwangerschaft

Inwieweit die zweite Schwangerschaft sich körperlich von der ersten unterscheidet, kann niemand vorhersehen. Oft haben Mütter weniger mit Übelkeit zu kämpfen, wenn sie davon bereits in der ersten Schwangerschaft stark betroffen waren. Ein Garant ist es jedoch nicht. Vermutlich wird der Bauch früher zu sehen sein. Dies liegt daran, dass das Gewebe bereits vorgedehnt ist. Das Dehnen der Bänder im Beckenbereich kann schon früh und schmerzhaft zu spüren sein. Frauen, die unter Diabetes oder Krampfadern leiden mussten, müssen dies meist auch in der zweiten Schwangerschaft aushalten. Durch die Erfahrungen der ersten Schwangerschaft kommen die meisten Frauen damit aber deutlich besser zurecht als beim ersten Mal. Das Risiko einer Präeklampsie, also einer Schwangerschaftsvergiftung, liegt in der zweiten Schwangerschaft bei nur einem Prozent, wenn in der ersten Schwangerschaft keine aufgetreten ist. Um sich und vor allem sein Baby vor Risiken zu schützen, sollten auch in der zweiten Schwangerschaft alle notwendigen Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden. Gesunde Ernährung, ein ausgeglichener Lebenswandel, ein gesundes Maß an Bewegung und die rechtzeitige Einnahme von Folsäure minimieren die Risiken für Mutter und Kind und halten beide fit und gesund.

Die Schwangerschaft genießen und intensiv erleben

Da viele Frauen der zweiten Schwangerschaft weniger Beachtung schenken als der ersten und dies später bereuen, sollten sich die werdenden Mütter bewusst Zeit für sich und das heranwachsende Baby nehmen. Hierfür bietet sich zum Beispiel ein spezieller Kurs für Schwangere an. Dies kann ein Sportkurs sein wie Schwangerenyoga oder Wassergymnastik, aber auch ein Geburtsvorbereitungskurs für Mütter, die bereits Kinder haben, kann eine gute Erfahrung sein. Wer auf solche Kurse keine Lust hat oder wem die Zeit fehlt, kann sich eine bestimmte Zeit am Tag einräumen, die Mutter und Kind vorbehalten ist. In dieser Zeit kann sich die Mutter intensiv mit ihrem Bauch beschäftigen, in sich hineinhören und dies mit einer Bauchmassage oder einigen Sportübungen kombinieren.

Vorsorge kann auch die Hebamme durchführen

Natürlich haben Frauen auch in der zweiten Schwangerschaft Anspruch auf die Betreuung durch eine Hebamme. Weil sie in der ersten Schwangerschaft bereits viele Erfahrungen gesammelt haben, möchten viele Frauen die Frequenz ihrer Frauenarztbesuche reduzieren. Dies ist möglich, wenn eine Hebamme früh die Vorsorge übernimmt. Finden Vorsorgeuntersuchungen abwechselnd bei Arzt und Hebamme statt, reduzieren sich die Arztbesuche deutlich. Viele Hebammen verfügen über ein umfassendes technisches Equipment und sind auch in der Lage, einen Ultraschall oder ein CTG zu machen. Auch nach der Geburt steht die Hebamme wie beim ersten Kind zur Verfügung und hilft in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt mit dem Kind, wenn dies gewünscht wird.

Schwangere bei einer Untersuchung

Vorsorgeuntersuchungen können auch von einer Hebamme durchgeführt werden (Foto: © Kzenon / Dollar Photo Club)

Die zweite Geburt – oft schneller als die erste

Viele Gedanken drehen sich während der zweiten Schwangerschaft um die anstehende Geburt. Diese soll beim zweiten Kind schneller gehen und einfacher sein. Oft ist dies tatsächlich so, es muss aber nicht so sein. Trotzdem beruhigt es viele Mütter zu wissen, was auf sie zukommt. Vor allem wenn die erste Geburt komplikationslos war, sehen die meisten Frauen der zweiten Geburt gelassen entgegen. Doch selbst wenn es bei der ersten Geburt Probleme gab, kann die zweite Geburt ganz entspannt werden. Auch Mütter, die bereits einen Kaiserschnitt hatten, können im Normalfall beim zweiten Kind normal entbinden, wenn sie das wünschen.

Große Geschwister auf den Nachwuchs vorbereiten

Während der zweiten Schwangerschaft liegt den Eltern viel daran, das erste Kind bestmöglich auf die Ankunft des Geschwisterchens vorzubereiten. Dies geht am besten, wenn dem Älteren realistisch mitgeteilt wird, dass es einen Bruder oder eine Schwester bekommt und dass dieses Kind am Anfang viel Aufmerksamkeit benötigen wird. Mit der Aussicht auf einen tollen Spielkameraden wird die Vorfreude zwar vielleicht vergrößert, die Enttäuschung, dass sich das ersehnte Geschwisterchen aber zunächst als schreiendes Bündel entpuppt, wird aber dann umso größer sein. Dem ersten Kind hilft es zu wissen, dass es selbst auch einmal so ein kleines Baby war, das niedlich aussah und von allen umsorgt wurde. Bilder aus der ersten Schwangerschaft mit rundem Bauch können dem großen Kind zeigen, dass es die gleichen Voraussetzungen hatte wie der neue Bruder oder die neue Schwester. Auch die Einbindung des großen Kindes in verschiedene Aufgaben hilft, den Nachwuchs besser zu akzeptieren. Fühlen sich große Geschwister wichtig und gebraucht, verkraften sie es eher, auch mal zurückstecken zu müssen. Hilfreich ist es, bereits während der Schwangerschaft neue Bezugspersonen zu etablieren. So freut sich das große Kind, ganz exklusiv zur Oma zu dürfen, und fühlt sich nicht abgeschoben.