Schwangere Frau sitzend beim Yoga

Yoga für Schwangere entspannt und stärkt © mmphoto / Dollar Photo Club

Schwangere Frauen nehmen oft ihren Körper bewusster wahr. Viele möchten sich selbst etwas Gutes tun und auch während der Schwangerschaft nicht auf Sport und Bewegung verzichten. Im Vordergrund steht dabei meist nicht der Fitness-Faktor, sondern der Wunsch nach Entspannung und Gesellschaft anderer werdender Mütter. Daher gibt es eine Reihe verschiedener Kurse für Eltern. Wir zeigen, welche Kurse es gibt, was man machen sollte und worauf man verzichten kann.

Kurse für Schwangere: Extra Kurse nach jedem Geschmack

Kurse für Schwangere erfüllen verschiedene Aufgaben. Geburtsvorbereitungskurs, Yoga für Schwangere, Schwangerschaftsgymnastik oder Wassergymnastik für Schwangere sind nur einige der gängigen Angebote, die eine schwangere Frau wahrnehmen kann. Sie vereinen körperliche, psychische und soziale Faktoren und sind daher besonders wertvoll. Bewegung in der Schwangerschaft ist gesund und hält fit. Außerdem lassen sich viele Beschwerden in der Schwangerschaft lindern, indem mit Bewegung gegengearbeitet wird. Wird die Muskulatur gelockert und an den richtigen Stellen gestärkt, lassen sich Rückenschmerzen und andere Schwangerschafts-Probleme leicht lösen. Da die meisten Kurse für Schwangere in Gruppen angeboten werden, sind sie für die Sozialkontakte in der Schwangerschaft besonders wichtig. Schwangere Frauen lernen andere Frauen in der gleichen Situation kennen, man kann sich austauschen, gemeinsam über Zukunftsängste sprechen und sich gegenseitig Mut machen, aber auch über die schönen Seiten der Schwangerschaft sprechen. Gute Schwangerenkurse lassen dafür Raum und geben den schwangeren Frauen Zeit für diesen Austausch. Manch eine intensive Frauenfreundschaft entstand im Geburtsvorbereitungskurs. Aktivitäten wie Yoga für Schwangere helfen durch Atemtechniken, die innere Mitte zu finden. Der Körper kann sich entspannen, die Frauen lernen bestimmte Bereiche ihres Körpers zu aktivieren und sehen viele Yoga-Stellungen und -techniken als eine gute Geburtsvorbereitung an. Durch die Stärkung des Geistes werden oftmals Ängste vor der Geburt gelindert.

Der Klassiker: Der Geburtsvorbereitungskurs

Schwangere und Partner bei Entspannungsübungen

Geburtsvorbereitung gemeinsam erleben © BildPix.de / Dollar Photo Club

Wie der Name sagt, geht es im Geburtsvorbereitungskurs um die Vorbereitung auf die anstehende Geburt. Diese Kurse werden von der Krankenkasse übernommen, wenn sie von einer anerkannten Hebamme durchgeführt werden. In 14 Stunden lernen schwangere Frauen verschiedene Dinge rund um die Geburt und die erste Zeit mit dem Baby. Typische Inhalte eines solchen Kurses sind:

• Die Phasen der Geburt
• Atemtechniken während der Geburt
• Möglichkeiten zur Schmerzlinderung
• Eventuelle Komplikationen während der Geburt und besondere Entbindungssituationen (Saugglocke, Kaiserschnitt)
• Entspannungsübungen
• Partnermassage
• Grundlagen der Säuglingspflege (Wickeln, waschen, tragen)
• Stillvorbereitung und die Frage nach möglichen Alternativen

Da die Inhalte nicht nur für werdende Mütter interessant sind, beinhalten die meisten Geburtsvorbereitungskurse auch Stunden, bei denen die Väter willkommen sind. Diese sind genau festgelegt, damit die Frauen während der restlichen Zeit ungestört sind. Geburtsvorbereitungskurse werden entweder für einen bestimmten Zeitraum wöchentlich angeboten oder als Crashkurs am Wochenende. Natürlich muss eine werdende Mutter diesen Kurs nicht besuchen. Doch viele Frauen – sogar solche, die bereits Kinder haben – gehen gern zur Geburtsvorbereitung. Der Kurs sollte so belegt werden, dass er spätestens drei Wochen vor dem errechneten Termin abgeschlossen ist, aber auch nicht zu früh in der Schwangerschaft. Da in vielen Regionen solche Kurse schnell ausgebucht sind, empfiehlt sich eine frühe Anmeldung.

Der Klassiker Nr. 2: Schwangerschaftsgymnastik

Schwangerschaftsgymnastik beinhaltet Übungen, die speziell auf Schwangere abgestimmt sind. Rückenschmerzen in der Schwangerschaft werden gelindert, Wassereinlagerungen bekämpft und Muskeln und Bänder auf die nahende Geburt vorbereitet. Die Übungen für Schwangere dienen der körperlichen Fitness und damit der Gesundheit. Ist die Frau in einem guten Allgemeinzustand, erleichtert dies die Geburt. Diese Kurse für Schwangere findet man beispielsweise über die Krankenkasse, Volkshochschulen oder Hebammenpraxen.

Schwerelosigkeit für Schwergewichte: Wassergymnastik für Schwangere

Schwanger unter Wasser

Wassergymnastik für Schwangere – Schwerelosigkeit genießen © Fwed / Dollar Photo Club

Vor allem wenn die Schwangerschaft in die letzten Wochen geht, fühlen sich die meisten Frauen rund, schwer und träge. Das zusätzliche Gewicht macht ihnen zu schaffen, oft kommen Wassereinlagerungen dazu. Wo lässt es sich besser entspannen als im Wasser? Ob Aquafitness für Schwangere, Wassergymnastik oder Schwimmen – Kugelbauch und Wasser passen wunderbar zusammen. Im Wasser verschwinden Wassereinlagerungen und durch die Schwerelosigkeit können dort auch solche Frauen Gas geben, die außerhalb mit körperlichen Einschränkungen leben müssen. Muskeln und Gelenke werden gelockert und gekräftigt, was den Körper geschmeidig macht. Da Schwimmen für Schwangere so beliebt ist, bieten immer mehr Schwimmbäder entsprechende Kurse an. Die werden meist von externem Personal geleitet. In vielen Bädern gibt es offene Kurse, zu denen jede schwangere Frau ohne Voranmeldung erscheinen kann. Neben der Gebühr für den Eintritt muss ein Obolus für den Kurs entrichtet werden. Vorteil von Wassergymnastik für Schwangere: Auch Nichtschwimmerinnen können an diesen Kursen teilnehmen, da sie meist im Nichtschwimmerbereich stattfinden. Ein kleiner Nachteil: In vielen Bädern wird eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vom behandelnden Arzt oder der Hebamme verlangt, die die körperliche Tauglichkeit bescheinigt. Doch nicht nur vor der Geburt ist das Wasser ein beliebtes Element der Schwangeren – immer mehr Frauen wünschen sich eine Wassergeburt!

Kurse für das innere Gleichgewicht: Yoga für Schwangere

Yoga hilft Spannungen abzubauen, Muskeln zu entspannen und zur Ruhe zu kommen – alles Dinge, die nicht nur in der Schwangerschaft wichtig sind, sondern auch in der Zeit danach. Körperlich kann Yoga gegen Rückenschmerzen helfen und andere Leiden lindern. Spezielle Yoga-Kurse für Schwangere konzentrieren sich meist auf Entspannungs- und Atemtechniken, kombiniert mit Übungen, um die Muskeln zu lockern und zu stärken. Yoga-Kurse werden in Yoga-Schulen angeboten, oft aber auch in Volkshochschulen. Bei gesetzlich Versicherten lohnt ein Blick ins Kursangebot: Viele Krankenkassen bieten eigene (für Versicherte kostenlose) Kurse für Schwangere an oder fördern Kurse in bestimmten Einrichtungen.

Für Extrovertierte Schwangere: Bauchtanz und Co

Was eignet sich mit einem dicken Babybauch eher an als Bauchtanz? Vor allem für Frauen, die sowieso gern tanzen, bietet sich ein Bauchtanzkurs an. Neben dem Spaß an Rhythmus und Musik lockert der Bauchtanz die Bänder und verbessert Muskulatur und Haltung.

Alles kann, nichts muss

Natürlich kann man seine Schwangerschaft auch völlig ohne spezielle Kurse für Schwangere gestalten. Wer keine Lust auf andere Schwangere, esoterische Traumreisen oder seichte Yogaübungen hat, wird auch ohne all diese Dinge eine erfüllte Schwangerschaft erleben. Für viele Frauen sind solche Kurse jedoch eine schöne Erfahrung und werden ihrem Wunsch nach Bewegung und Geselligkeit gerecht. Da Gesundheit und Fitness für Schwangere allgemein als erstrebenswert anerkannt sind, findet man in fast jeder Region Kurse für Schwangere. Häufig werden diese von der Krankenkasse unterstützt, sodass sich die Kosten in Grenzen halten. Auch Hebammenpraxen, Krankenhäuser mit großen Geburtsstationen und Volkshochschulen bieten oft ein interessantes Angebot für Schwangere. Weitere mögliche Kurse sind Pilates für Schwangere, Geschwisterkurse für Mütter, die bereits Kinder haben oder ein Säuglingspflegekurs, der die ersten Wochen mit Baby erleichtern kann.